Rüsselsheim. Verboten ist es nach der Grünanlagensatzung der Stadt Rüsselsheim schon längst: Das Füttern von Tieren wie Enten, Schwänen, Nutrias oder anderen Tieren, die im städtischen Umfeld in Parks oder Gewässern leben. Zehn neue Schilder am Horlache Graben weisen nun noch einmal ausdrücklich auf das Verbot hin. Nach Rüsselsheims Umweltdezernent, Stadtrat Nils Kraft, gehen die Schilder auf Hinweise des Stadtteil-Forums Dicker Busch zurück. Im Stadtteil habe sich Vertreterinnen und Vertreter des dortigen Stadtteilvereins über eine zunehmende Rattenpopulation beklagt. Grund für die Ratten seien auch gutgemeinten Fütterungsaktionen. „Viele Menschen glauben, sie tun den Tieren etwas Gutes, wenn sie sie füttern. Tatsächlich bewirken sie damit aber genau das Gegenteil und greifen massiv in die Natur ein. So werden vom Futter Schädlinge wie Ratten oder Tauben angelockt, die Krankheiten übertragen, oder Nutrias, die gar nicht bei uns heimisch sind. Deswegen müssen wir als Stadt immer wieder sensibilisieren. Heimische Tiere finden alles, was sie brauchen, in der Natur, ein Weißbrot gehört dagegen nicht auf den Speiseplan einer Stockente.“

Neben den Fütterungsaktionen sei auch die illegale Entsorgung von Abfall ein Grund für das Auftreten von Schädlingen. Zum Teil würde man am Horlache Graben die Überproduktion von Bäckereien sowie unachtsam weggeworfenen Unrat und Speisereste finden.  Doch nicht nur in diesem Teil der Stadt trete das Problem auf. Insbesondere an Orten mit verdichteter Wohnbebauung und in der Nähe von Geschäften und Buden, die Speisen verkaufen, finden Schädlinge ausreichend Nahrung und können sich ausbreiten.

Wer beim illegalen Füttern oder Abfallentsorgung erwischt wird, dem droht ein Bußgeld. Zusätzlich müssen die Verantwortlichen die Entsorgung der Abfälle bezahlen. Der Fachbereich Umwelt und Planung der Stadt hat Außendienstmitarbeiter, die kontrollieren und Bußgelder verteilen. Grundsätzlich setze die Stadt aber auch auf die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. „Sicherlich hilft es, die Mitmenschen auf ihr Verhalten anzusprechen, denn viele handeln ja nicht aus bösem Willen. Da sind wir alle als Gemeinschaft gefragt. Darüber gehört es als Stadt zu unseren Aufgaben aufzuklären und den richtigen Umgang mit der Natur zu vermitteln. Das Umweltamt der Stadt führt deshalb auch regelmäßig Projekte mit Schulen und Kitas durch, um bereits die Jüngsten für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Kraft abschließend.

Asswin Zabel
Stadt Rüsselsheim am Main