Rüsselsheim. Seine Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung zu beziehen, schont die Umwelt und trägt zu einer gesunden Ernährung bei. Deswegen will Oberbürgermeister Udo Bausch das Thema regionale Ernährung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit stellen. Dazu hat er sich auf dem Wochenmarkt im Dicken Busch mit den Marktbeschickern ausgetauscht und umgesehen. „Auf der einen Seite erfüllen die Märkte eine wichtige Funktion für die Nahversorgung, auf der anderen machen sie eine Stadt auch attraktiv. Und gerade, wenn wir neue Bürgerinnen und Bürger für Rüsselsheim begeistern wollen, sollten wir die guten Produkte und das schöne Ambiente auf dem Wochenmarkt Dicker Busch besser vermarkten. Daran müssen wir gemeinsam mit den Händlern arbeiten. Gleichzeitig müssen wir als Stadt auch die Kommunikation mit den Standbetreibern und den Besuchern verbessern, deswegen will ich nun häufiger direkt auf die Wochenmärkte gehen und hin und wieder auch mal eine Bürgersprechstunde dort abhalten“, kündigt Bausch an.

Den direkten Austausch findet auch Wolfgang Dörr wichtig. Der aus Trebur stammende Landwirt ist regelmäßig mit dem familiären Stand im Dicken Busch. „Für mich sind Märkte auch als Kommunikationsorte und Treffpunkte ganz wichtig, denn hier begegnet man sich noch und kommt ins Gespräch.“ Das Miteinander sei im Dicken Busch sehr gut. Neben seinem Stand betreibt die Familie Bender seit 46 Jahren einen Stand. In direkter Nachbarschaft hat Dagmar Kirschke-Tempel eine breite Palette unterschiedlicher Obstsorten zur Auswahl. Das Käsegeschäft von Klaudia Dekic, Honig und Spirituosen von Heiko Schnittker, mediterrane Spezialitäten von Habibollah Eftekhari, Pflanzen und Blumen von der Gärtnerei von Peter Stein, Fleisch und Wurst von Bernhard Mahr, Tee und Backmischungen von Regina Maria Lux, Fisch von Christian Stauch, Brot von Wolfgang Buck und Torsten Becker sowie Geflügel, Eier, Nudeln und Wild von Bernd Petersen runden das Angebot ab.  Hinzu kommen wechselnde Angebote wie dem Stand der Caritas, die während des Besuchs des Oberbürgermeisters selbstgemachte Deko-Artikel verkaufte. „Ich könnte mir auch vorstellen, häufiger Rüsselsheimer Einrichtungen einen Platz auf den Wochenmarkt zu geben, mit denen sie sich darstellen und bei Bedarf die Vereinskasse aufbessern können.“

In Rüsselsheim hat man viermal in der Woche Gelegenheit, frisches Obst und Gemüse sowie Fleisch, Brot, Fisch, Feinkost, Honig und Eier zu bekommen. Neben dem Donnerstagsmarkt im Einkaufszentrum Dicker Busch (Parkplatz Liebigstraße ) von 7 bis 12 Uhr, findet der Markt auf dem Marktplatz in der Innenstadt dienstags von 7 bis 12.30 Uhr  und samstags von 7 bis 13 Uhr sowie in Königstädten (Parkplatz Kohlseestraße) von 7 bis 12 Uhr statt. „Mit unserem neuen Marktmeister, Alexander Fistric, wollen wir den Wochenmärkten einen neuen Schub verpassen. Bereits die Osteraktion, mit der die Besucherinnen und Besucher der Wochenmärkte bei einer Ostereiersuche belohnt wurden, hat gezeigt, dass wir viele Möglichkeiten haben, die Attraktivität zu steigern.“ Die Aktion wurde auch von Dörr lobend hervorgehoben.

Der Oberbürgermeister möchte nun dafür sorgen, Angebote und saisonale Produkte auf den Märkten bekannt zu machen. In einer Serie will die Stadt die Marktbeschicker vorstellen. Imker Heiko Schnittker freut sich schon, etwas zu seinen 3.000 fleißigen Arbeiterinnen zu erzählen, die rund 50 Kilo Honig im Jahr für ihn produzieren. Auch verschiedene Produkte sollen vorgestellt werden. „Im Mai wollen wir mit dem Thema Spargel und Erdbeeren starten. Es dauert nicht mehr lange dann werden beide Produkte auf den Wochenmärkten zu finden sein.“

Letztlich sei die Belebung der Wochenmärkte für den Rathauschef auch noch aus einem weiteren Grund wichtig: „Die Wochenmärkte zu stärken, bedeutet auch eine Stärkung der umliegenden Geschäfte. Gerade hier im Dicken Busch sieht man, dass die Kunden zwischen dem Markt und den Läden schlendern, das belebt den Platz und kommt somit auch dem Einzelhandel zu Gute“, sagte er abschließend.

Johanna Weigand
Stadt Rüsselsheim am Main