Rüsselsheim. Bei herrlichem Wetter trafen sich 35 Mittwochswanderer der Sektion Rüsselsheim im Deutschen Alpenverein zur Wanderung auf dem „Geusemer Gänsepfad“. Die Wanderführer Karl-Heinz und Katharina Müller erläuterten bei einem kurzen Informationsstopp an der Kreuzung zweier Wassergräben, dass der Gänsepfad auf Initiative der Geinsheimer Landfrauen angelegt wurde. Historische Grundlage ist, dass früher, als noch viele Gänse gehalten wurden, in der Frühe die Bauern ihre Hoftore öffneten und ihre Gänse selbstständig zu einer Gänsehirtin liefen, die sie zu den Wiesen führte. Abends wiederholte sich das Ganze in umgekehrter Richtung und die Gänse fanden allein zu ihrem Hof zurück. Die Geinsheimer sparten sich damit Arbeit, was die Wanderführer zum Kommentar, „Die Geusemer sind clevere Leut‘ und hatten auch schlaue Gänse“, veranlasste.

Weiter ging die Wanderung zum Niersteiner Weg und vorbei an den Vereinsanlagen mehrerer Geinsheimer Vereine. Beim Anglersee biegt der Gänsepfad nach rechts ab, die Wanderer jedoch folgten dem geradeaus führenden Weg, der zum Oberwiesensee führt. Direkt am Seeufer ließen sie sich zu einer längeren Rast mit Rucksackverpflegung nieder. Danach machte sich die Gruppe wieder auf den Rückweg Richtung Geinsheim.

Am östlich gelegenen Ortsrand erreichte man das Naturschutzgebiet Große Lache. Interessant waren hier die Geinsheimer Moorlöcher. Hier wurde bis in die 90er Jahre für das Kurbad Schlangenbad Moor abgebaut. Heute bieten sie ideale Bedingungen für viele Wasservögel, welche hier ihre Brutstätten haben. Auch die in Geinsheim zahlreichen Störche lassen sich hier nieder. Im Winter, wenn es die Eisdecke zulässt, werden die Moorlöcher auch zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen genutzt.

Bald waren die Wanderer wieder am Ausgangspunkt zurück. In der Sportklause der Vereinsgaststätte des SV 07 Geinsheim konnten sie sich mit kühlen Getränken und gutem Essen stärken. Mit dem Gefühl eine schöne und genussreiche Mai-Wanderung erlebt zu haben, traten die Mittwochswanderer danach die Heimfahrt an.

Karl-Heinz Müller