MTK. Der Main-Taunus-Kreis favorisiert für den Bau eines Schwimmbades die Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel. Im Februar hatte der Kreistag beschlossen, den Standort mit einer Erweiterung an der Rhein-Main-Therme in Hofheim zu vergleichen. In einer Stellungnahme an den Kreistag wurde nun festgehalten: Eine Erweiterung oder ein Neubau des Schul- und Vereinsbades auf dem Gelände der Therme wäre nicht vorteilhafter als ein Eigenbau in Kriftel. Der Kreistag wird im Juni über die Vorlage entscheiden.

Im vorgelegten Variantenvergleich wurden neben der Infrastruktur auch andere Vergleichskriterien wie Investitionshöhe oder Baurecht herangezogen. In Hofheim müsste beispielsweise der Bebauungsplan für den Neubau geändert werden, wenn nicht an der Therme angebaut würde. Am Standort Kriftel gebe es einen Bebauungsplan, der das Gelände als Sportfläche ausweist. Es werde noch geprüft, ob ein Schwimmbad in diese Kategorie fällt oder ob auch hier der Bebauungsplan geändert werden müsste. In beiden Fällen sei die Verbindung mit Auto und Bus sehr gut, doch bestäche Kriftel mit der Nähe zu den Bahnhöfen Hofheim und Kriftel und sei leicht zu Fuß zu erreichen.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten überzeuge Kriftel. Zudem wolle der Kreis die Hallenkapazitäten nicht konzentrieren, sondern streuen.

„Wir wollen schnell für mehr Schwimmunterricht sorgen. Das partnerschaftliche Projekt mit der Rhein-Main-Therme könnte wegen aufwändiger Vergabefragen unseren Zeitplan blockieren. Auch deswegen ist Kriftel zu bevorzugen“, so Cyriax. Allen Beteiligten sei klar, dass sich mit dem Bau eines Schwimmbades keinen Profit erzielen lasse. „Der größte Gewinn für uns ist es, dass Kinder sich sicher im Wasser bewegen können“, sagt Cyriax. Er danke den Betreibern der Therme für ihr Angebot und freue sich, dass „verschiedene Akteure das Schwimmen im Kreis künftig fördern“.

Mit dem Bau in Kriftel solle der Therme in Hofheim keine Konkurrenz gemacht werden, stellt Cyriax klar. Vielmehr werde das Angebot für Schule und Vereine im Kreis komplettiert.

Hintergrund des Projekts ist Platzmangel vor allem für das Schulschwimmen. Eine Umfrage des Kreises hatte ergeben, dass die drei vorhandenen ganzjährig nutzbaren Bäder für den Unterricht bei weitem nicht ausreichen. Eine Machbarkeitsstudie hatte verschiedene Standort- und Betriebsvarianten untersucht. Am Ende sind Kriftel, Hattersheim und Kelkheim übrig geblieben – insgesamt hat dann das Gelände an der Konrad-Adenauer-Schule die Bedingungen, auch nach dem erneuten Variantenvergleich, am besten erfüllt.

Dr. Johannes Latsch
MTK-Pressestelle