Hofheim. Ein herzliches Willkommen sagte Bürgermeisterin Gisela Stang zehn Kindern und ihren Betreuerinnen aus Weißrussland, die derzeit einen dreiwöchigen Erholungsaufenthalt in Hofheim verbringen. Die Mädchen und Jungen sind – dank der Initiative des Arbeitskreises Tschernobyl – Kinder – zu Gast in der Kreisstadt.

Wie in jedem Jahr begrüßte Stang in ihrem Büro die Kinder, die Deutschlehrerinnen Irina Kotowitsch und Olga Kultschitskaja sowie Galina Roth, Vorsitzende des Arbeitskreises. Als Geschenk überreichte sie jedem Kind einen Hofheim-Turnbeutel, in dem eine Tüte Gummibärchen steckte. Die Betreuerinnen freuten sich über eine Hofheim-Einkaufstasche. Als besondere Überraschung lud Gisela Stang kleine und große Gäste zum gemeinsamen Eisessen ein.

„Die Reaktorkatastrophe liegt 33 Jahre zurück, aber die Menschen in der Region um Tschernobyl spüren die Folgen bis heute. Deshalb danke ich dem Arbeitskreis, den Kirchengemeinden und den Gasteltern in Hofheim dafür, dass sie in ihrem Engagement für die Kinder nicht nachlassen“, sagte Stang.

Seit 28 Jahren engagiert sich der Arbeitskreis Tschernobyl-Kinder der evangelischen Johannesgemeinde für Mädchen und Jungen, die wegen des Reaktor-Unfalls und seinen Folgen gesundheitlich geschwächt sind. Diesmal waren Kinder dabei, deren Eltern schon als Schüler am Erholungsurlaub in Hofheim teilgenommen haben.

Die Kinder besuchen die kleinen Dorfschulen in Lyschtscha und Putschiny. Nach Hofheim kommt jeweils der Schuljahrgang im Wechsel von der 4. zur 5. Klasse. Wiederholungskinder gibt es nur in Ausnahmefällen, denn dem Arbeitskreis liegt daran, dass möglichst alle Kinder die Chance erhalten, wenigstens einmal in ihrem Leben reisen zu dürfen und vor allem gesundheitlich gestärkt zu werden, um die schwierigen Situationen in ihrer Heimat besser überstehen zu können.

Die neun und zehn Jahre alten Kinder sind noch bis Samstag in Hofheim und werden nach langer Busfahrt am Sonntag zu Hause ankommen. Irina Kotowitsch, die bereits seit 21 Jahren als Übersetzerin mit nach Hofheim kommt, ist als Deutschlehrerin an einer der beiden Dorfschulen tätig. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Olga Kultschitskaja ist sie rund um die Uhr für die Kinder zum Übersetzen da.

Die Kinder erleben in Hofheim eine unbeschwerte abwechslungsreiche Zeit. Tagsüber werden sie im katholischen Gemeindezentrum St. Georg in Marxheim betreut und brechen von dort zu vielen Ausflügen auf, etwa zum Parkbad Kriftel, Opelzoo in Kronberg, zur Rhein-Main-Therme, zum Tobolino in Mainz, zur Lochmühle in Wehrheim und zum Frankfurter Flughafen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Lorsbach waren die Kinder zu einer Löschübung und zum Grillen eingeladen, im Familienhaus Langenhain zum Bastel- und Spieltag und zum Sommerfest der Johannesgemeinde.

Dank eines gut funktionierenden Netzwerkes ist es möglich, dass alle Kinder des Schuljahrgangs – unabhängig von den finanziellen Verhältnissen ihrer Eltern – nach Hofheim reisen, die Ausflüge machen und auch medizinisch behandelt werden können. Dafür engagieren sich Firmen, Institutionen, Kirchengemeinden, Privatpersonen zum Beispiel mit Spenden, Ärzte und Zahnärzte mit kostenlosen Behandlungen und nicht zuletzt die Gastfamilien, die den Kindern für drei Wochen ein liebevolles Zuhause geben.

Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus
Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit