Kostheim/Kastel. Bereits zum 3. Mal in Folge unternahm der Landfrauenverein Kostheim-Kastel eine Studienfahrt. Vom 12.06. – 15.06. führte die Reise nach Lübeck und Travemünde.

Voller Erwartungen stiegen die Teilnehmerinnen um 8:09 Uhr in Mainz-Kastel in die Bahn nach Frankfurt. Von dort ging es mit dem ICE Richtung Hamburg und mit der Regionalbahn weiter nach Lübeck.

Nach dem Bezug der Zimmer und einer kleinen Verschnaufpause unternahmen wir eine Schifffahrt rund um Lübecks Altstadtinsel. Unterwegs wurden wir von einem Gewitter überrascht, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Anschluss daran bestiegen wir den 50 m hohen Turm der Kirche St. Petri bis zur Aussichtsplattform, von wo aus man einen herrlichen Rundumblick auf Lübeck und das umliegende Land hatte. Im historischen Gebäude der Schiffergesellschaft – das heute ein Restaurant beherbergt – ließen wir den Abend bei einem leckeren Abendessen ausklingen.

Der nächste Tag begann mit einer exklusiven Stadtführung und einer Kurzführung durch den Audienzsaal des Rathauses. Beeindruckend die Saaltür mit einer großen und einer kleinen Eingangstür. Die vor Gericht stehenden Personen sollten im Falle einer Verurteilung den Saal durch die kleine Tür in gebeugter Haltung verlassen und im Falle eines Freispruchs hoch erhobenen Hauptes den Ausgang durch die große Tür nehmen.

Danach war für ca. 2 Stunden Freizeit angesagt. Um 15:30 Uhr begann die Marzipanshow im ältesten Marzipanspeicher Lübecks. Unter fachkundiger Anleitung modellierten wir unsere eigenen Marzipanrosen oder Marzipanteddys und erhielten nebenbei mit sehr viel Witz Haushalttipps und andere Lübecker Weisheiten. Zum Abschluss bekam jede Teilnehmerin noch eine Urkunde über das bestandene „Marzipanabitur“. Den Abschluss des Tages ließen wir im Ratskeller ausklingen.

Der folgende Tag war Lübecks schönster Tochter – Travemünde -gewidmet. Bei strahlendem Sonnenschein begann die 20-minütige Bahnfahrt nach Travemünde-Strand. Wir bummelten über die Strandpromenade zur Anlegestelle der Fähre, die uns zum Priwall brachte. Die Besichtigung der Viertmastbark war ein besonderes Erlebnis. Frau Nolze, selbst eine Kapitänstochter, führte uns mit viel Kompetenz, Fachwissen, lustigen, aber auch tragischen Anekdoten und viel Begeisterung durch die Passat. Heute dient die Passat als Museum, Übernachtungs- und Veranstaltungsort.

Im Ostseerestaurant des Maritim-Hotels genossen wir, bei einem herrlichen Ausblick auf die Ostsee und ihren breiten Sandstrand, Kaffee und Kuchen oder auch ein Gläschen Sekt. Die Rückfahrt erfolgte mit der MS Hanse.

Viele Landfrauen waren nach den beiden ereignisreichen Tagen nur noch froh, ins Hotel zu kommen. Aber einige „hartgesottene“ Damen ließen die Tage noch in einer Bar ausklingen.

Der letzte Tag fiel buchstäblich ins Wasser. Obwohl es an den vorhergehenden Tagen immer wieder ein kurzes Gewitter oder einen Regenschauer gab, kam am Samstagmorgen ein heftiges Unwetter auf, so dass auch die Höfe und Gänge – Tour abgesagt werden musste. Die Straßen waren überflutet und die Feuerwehr im Dauereinsatz. So entschlossen wir uns, früher nach Lüneburg zu fahren, was auch gut war, denn auch auf dieser Strecke fiel anschließend der Zugverkehr aus.

Die Stimmung war an allen Tagen, trotz der Wetterkapriolen, ausgelassen und fröhlich.

Monika Klein