Rüsselsheim. Nachdem im Mai die App „Integreat“ online gegangen ist, arbeitet das Interkulturelle Büro derzeit mit Unterstützung der WIR-Koordinierungsstelle (WIR – Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) an einem umfassenden Wegweiser für neu nach Rüsselsheim zugezogene Personen. Mitte August wird der Wegweiser als Broschüre und digital auf der Internetseite der Stadt Rüsselsheim verfügbar sein. Neben dem Beitritt der Stadt zur „Charta der Vielfalt“, einer bundesweiten Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen, ist dies ein weiteres wichtiges Projekt, das die Stadt im Zuge des Landesprogramms WIR mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration realisieren kann.

Im Fokus des Programms steht die Förderung einer nachhaltigen Integrationspolitik in allen hessischen Kommunen. Nutzen daraus ziehen in Rüsselsheim sowohl die kommunale Verwaltung als auch freie Träger und Vereine. „Wir freuen uns sehr, dass Rüsselsheim von diesem zukunftsweisenden Förderprogramm profitieren kann“, sagt Oberbürgermeister Udo Bausch. „In Hinblick darauf, dass unsere Bevölkerung immer vielfältiger wird, ist das Programm eine große Stütze. So kann die Stadt die Integrationsarbeit in Rüsselsheim weiter entwickeln und diese künftig entsprechend den Empfehlungen des Aktionsplans Integration des Landes Hessen ausrichten“, sagt Bausch weiter.

WIR-Fallmanager für Geflüchtete

Aufgrund der Übernahme der Personalkosten durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration konnte die Stadt im vergangenen Jahr Hiwa Rostami als WIR-Fallmanager für Geflüchtete einstellen. Zu seinen Erfolgen zählt unter anderem die auf Rüsselsheim zugeschnittene Informations-App für Neuzugewanderte. Die „Integreat-App“ kann seit Mai 2019 auf allen Smartphones, Tablets oder als Web-App direkt über den PC kostenfrei genutzt werden. Die App in einfacher Sprache richtet sich an Menschen, die neu nach Rüsselsheim gezogen sind. Insbesondere Geflüchtete erhalten nützliche Hinweise und kompakte Auskünfte, um ihr Anliegen gezielt erledigen zu können. „Die Stadt Rüsselsheim ist stolz, als erste hessische Kommune ein solches Projekt realisiert zu haben, welches mittlerweile hessenweit als Best-Practice-Beispiel angesehen wird“, kommentiert Oberbürgermeister Udo Bausch. Mit Stand vom Mai haben lediglich der Lahn-Dill-Kreis und der Landkreis Gießen eine solche App angeboten.

Der WIR-Fallmanager für Geflüchtete unterstützt außerdem das Interkulturelle Büro bei Projekten und Veranstaltungen im Bereich Integration. Dazu zählte die Ausstellung „Menschen auf der Flucht“, die im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Kooperation mit Amnesty International präsentiert wurde. Zudem wird ein hessenweites Vernetzungstreffen von WIR-Managerinnen und -Managern im August in Rüsselsheim stattfinden.

WIR-Koordination für Integrationsprojekte

Koordinatorin für WIR-Projekte im Interkulturellen Büro ist seit 2014 Bettina Rauschmayr. Sie hat den Beitritt zur „Charta der Vielfalt“ vorbereitet. Darüber hinaus konzipiert und organisiert Rauschmayr Schulungsformate zu den Themen Interkulturalität und Diversität. Anschaulich will sie das Verständnis für unterschiedliche Kulturen und die Vielfalt der Geschlechter fördern. Für die Auszubildenden der Rüsselsheimer Stadtverwaltung hat sie ein spezielles Themenmodul für das erste Ausbildungsjahr erarbeitet, damit die Jugendlichen auch im Kundenkontakt die Wertschätzung vermitteln und besondere Bedürfnisse erkennen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ihrer Arbeit ist es, in enger Verzahnung mit dem Interkulturellen Büro Informationen zu bündeln und aufzubereiten. Ein Ergebnis hieraus ist eine Broschüre über die Angebote für Frauen und Mädchen in Rüsselsheim, die bereits 2015 erschien und zuletzt im Herbst 2018 aktualisiert wurde.

Sprachförderung Landesprogramm „Mitsprache – Deutsch 4U“

Das Interkulturelle Büro berät Rüsselsheimer Vereine und Anbieter dazu, für welche niedrigschwellige Sprachangebote sie Fördermitteln erhalten können. Dabei kann das Spektrum von Sprachcafés für Frauen über Alphabetisierungskurse bis hin zu regulären Sprachkursen für Menschen, die nur beschränkten oder keinen Zugang zu anderen Sprachförderangeboten haben, reichen. Aktuell bieten acht Vereine und Sprachkursträger zirka 19 niedrigschwellige Sprachkursangebote und profitieren somit von der Landesförderung.

Im Zuge des Landesprogramms wird das sehr erfolgreiche Netzwerk der Integrationslotsinnen und Integrationslotsen weiter ausgebaut. Weiterhin fördert das Land Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur, zur Interkulturellen Öffnung sowie neuartige, innovative Integrationsansätze. Nähere Informationen zu den Förderrichtlinien erteilt das Interkulturelle Büro.

Das Interkulturelle Büro unter der Leitung des städtischen Integrationsbeauftragten Mostafa Lyazami zeichnet für die Umsetzung aller integrationspolitischen Grundsätze der Stadtverwaltung verantwortlich, fördert und initiiert Integrationsmaßnahmen, koordiniert und baut Netzwerke aus. Telefonisch ist das Büro unter der Nummer 06142 83-2039 und per E-Mail an integrationsaufgaben@ruesselsheim.de zu erreichen. Der direkte Link auf die Internetseite lautet www.ruesselsheim.de/interkulturelles-buero.html.

Zusätzliche Informationen zum Landesprogramm WIR

Inhaltliche Schwerpunkte des Landesprogramms liegen auf der Interkulturellen Öffnung von Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Institutionen sowie der Weiterentwicklung einer Willkommens- und Anerkennungskultur in Hessen. Dabei gilt es, die Strukturen in allen öffentlichen Lebensbereichen genauestens zu betrachten, um sie auf eine vielfältiger werdende Gesellschaft auszurichten. So können die Teilhabemöglichkeiten aller Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, nachhaltig verbessert werden.

Angefangen bei der Förderung kommunaler Koordinationsstellen über Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur bis hin zur Förderung niedrigschwelliger Sprachkurse bietet das Landesprogramm „WIR“ ein ganzes Bündel an Fördermaßnahmen. Damit sollen die bereits in den hessischen Kreisen und Kommunen geschaffenen Partizipationschancen weiter ausgebaut und gefestigt werden.

Das Förderprogramm „WIR – Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ (2014 – 2021) beinhaltet die Förderung folgender Maßnahmen:

  1. „WIR-Koordinatorinnen und -koordinatoren“ sowie „WIR-Fallmanagerinnen und -manager für Geflüchtete“ in den Kommunen und Landkreisen.
  2. Modellprojekte zur verbesserten Teilhabe von geflüchteten Frauen und Mädchen.
  3. Gemeinnützige Migranten-Organisationen.
  4. Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur bzw. zur Interkulturellen Öffnung.
  5. Projekte mit neuen innovativen Ansätzen zur Integration.
  6. Ehrenamtlich tätige Integrationslotsinnen und -lotsen.
  7. Ehrenamtlicher Laiendolmetscherinnen und -dolmetscher.
  8. Konzeptionelle Entwicklung von Vielfalts- und Integrationsstrategien.
  9. Sprachförderung „Mitsprache – Deutsch 4U“.

Pressestelle der Stadt Rüsselsheim am Main