BISCHOFSHEIM – Traditionell ist die Bischemer Kerb auch über die Grenzen der Gemeinde als Musik-Kerb bekannt, mit mehreren Musikbühnen und Musik für viele Geschmacksrichtungen. Aber am Sonntag zeigte sich wieder, dass die Besucher der Kerb nicht nur die Musik passiv genießen wollen, sondern auch gerne selbst aktiv mitmachen. Und so war beim inzwischen schon traditionellen „BischeMer Singe“ des GV Germania 1869 Bischofsheim e.V. im „Hof der Wölfe“ in der Weisenauer Gasse von abends sechs bis acht Uhr die Lokalität auf allen Sitz- und Stehplätzen mit sangeslustigen Kerbe-Besuchern besetzt.

Schrecksekunde für die Veranstalter, als sie am Sonntagmorgen erfuhren, dass Ilka Siebert, die die Veranstaltung üblicherweise organisiert, leitet und moderiert, erkrankt ist. Aber rasch konnte Ersatz gefunden werden im bekannten Bischofsheimer Fastnachter Johannes Bersch, der spontan einsprang und zusammen mit der ersten Vorsitzenden des GV Germania, Simone Astheimer, die zwei Stunden des gemeinsamen Singens bravourös über die Bühne brachte. Die Live-Band mit Thomas und Sebastian Kraus und Torsten und Sebastian Groß unterstützten die Sängerinnen und Sänger aufs Beste. Zum Auftakt sangen alle das Kerwe-Lied, um dann mit deutschen Schlagern, wie z.B. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder auch englisch-sprachigen Hits –„This ist the way to Amarillo“,  „The Lion sleeps tonight“ – die Stimmung hochzuhalten. „Cordula Grün“, „Tür an Tür mit Alice“, „Über sieben Brücken musst Du geh’n“, animierten die Sangesfreunde zum lautstarken Mitsingen.  Und schon bei der Ankündigung der Pause nach einer Stunde forderten die Sänger Zugaben, bis es dann  mit „I sing a Liad für Di“,  aus voller Kehle gesungen, in die Pause ging.

Johannes Bersch führt durchs Programm – Foto: Albrecht H. Glöckle

„Rollin‘, rollin’ on the river“ von Tina Turner brachte die Sängerinnen und Sänger dann wieder in Schwung, so dass „die Pure Lust am Leben“ die Stimmung im „Hof der Wölfe“ bestens traf. Gekonnt moderiert von Johannes Bersch wurde der Stimmungsbogen immer weiter gespannt: „Skandal um Rosi“, „hit the road, Jack“, „Jonny Walker“ als bester Freund, relativiert durch „Don’t worry, be happy“, machten allen Spaß.

Dann zeigte sich doch die Nähe zu Mainz ganz deutlich: „Ole, ole, fiesta“,  „Wir sind Mainzer“ von Oliver Mager und „Im Schatten des Doms“ erklangen als Reminiszens an Mainz und die am Horizont aufscheinende 5. Jahreszeit. Wie sagte doch Johannes Bersch in seiner Moderation?: Laut Bahn heißt es Mainz-Bischofsheim und darauf sind die Bischofsheimer immer noch ein bisschen stolz.

Es waren kurzweilige zwei Stunden gemeinsamen singens, für die sich Simone Astheimer bei Moderatoren und Band, aber auch bei allen Helfern, den sichtbaren und denen, die im Hintergrund arbeiten, ganz herzlich bedankte. Der Zuspruch zeigt: Die Germania hat mit Ihrer Musik-Mischung den Geschmack der Sangeslustigen voll getroffen.

Albrecht H. Glöckle