KRIFTEL – Als er sich vor ein paar Monaten nach Kriftel aufmachte, um sich im Kursana Domizil in Kriftel als zukünftiger Leiter vorzustellen, glaubte Alexander Sgodda an keine große Überraschung. Denn er war nach all den Erfahrungen, die er in unterschiedlichen Stufen des Pflegedienstes machen durfte, einiges von Pflegeeinrichtungen gewohnt. „Aber wie ich in Kriftel begrüßt wurde“, sagt der 45jährige voller Überzeugung, „das hat mich umgehauen.“ Selten sei er so positiv aufgenommen worden, die Leute – ob Bewohner oder Personal – hätten ihn angelächelt. Es war „die schöne, stimmungsvolle Atmosphäre“, die ihn von Anfang an für dieses Domizil eingenommen hat.

Jetzt, nach drei Wochen im Dienst, hat sich sein erster Eindruck bestätigt. Sgodda, der ursprünglich aus dem Westerwald kommt und dort auch noch lebt, pendelt jeden Tag 110 Kilometer hin und zurück. „Meine Familie braucht noch ihr gewohntes Umfeld“, erklärt der verheiratete Vater von drei Söhnen. Aber er könne sich auf jeden Fall vorstellen, einmal nach Kriftel zu ziehen. „Obwohl, die Mieten in Rhein Main…!“ Aber das sei ein anderes Thema.

25 Jahre Erfahrung

Sgodda hat während der Ausbildung zum Rettungssanitäter den Spaß an einer helfenden Tätigkeit entdeckt. Nach dem Abschluss einer Realschule im Westerwald hat er dann 1997 im dortigen Kreiskrankenhaus sein Examen als Krankenpfleger absolviert. Es folgten jahrelange Tätigkeiten in der geschlossen Psychiatrie, in der er mit Straftätern und Drogensüchtigen zu tun hatte, eine Pflegedienstleitungsstelle und mehrere Jahre als Interimsmanager in Pflegeheimen. „Mittlerweile bin ich 25 Jahre in der Pflege und habe fast jede Position durchlaufen“, erzählt er nicht ohne Stolz. Deswegen wisse er ein positives soziales Klima wie das hiesige in Kriftel umso mehr zu schätzen.

Gutes Klima

„Auch mit meiner Vorgängerin Jutta Vortkamp hatte ich gute Gespräche“, meint Sgodda, „es herrschte ein entspannte Atmosphäre, ich übernahm ein gut bestelltes Haus.“ Dass man, wie hier im Kursana Kriftel, so freundlich und offen miteinander umgehe, sei in der Pflege durchaus etwas Besonderes. Das zahle sich auch aus, wie man an der guten Auslastung der insgesamt 104 Betten sehe. Und nicht nur das, die Belegschaft sei gut aufgestellt und auch der Nachwuchs fehle nicht: „Allein zwölf Auszubildende, das spricht absolut für das Haus“, spricht Sgodda überzeugt. Und fast alle blieben dem Arbeitgeber treu. „Eine solche solide Bindung, das ist unsere Zukunft“, lautet seine Prognose.

Im Kursana arbeiten allein 14 Nationalitäten, die sich untereinander helfen, auch was die deutsche Sprache angehe, weiß Sgodda zu berichten. Er freue sich, dass man sich hier mit Toleranz und Respekt begegne. Das habe auch das kürzlich erfolgte Sommerfest mit Jazzmusik und vielen Aktivitäten gezeigt. „Wir sind einfach näher am Menschen“ resümiert Skodda.

 Entscheidende Vorarbeit

Das liege sicher an dem bereits angesprochenen guten Klima, das er in seiner neuen Position weiter fördern wolle. Sgodda: „Transparenz, Offenheit und auch Kritikfähigkeit wird hier in allen Positionen gefördert.“ Und selbst die Küche sei anders, als er es kenne, begeistert er sich: „Hier wird noch selbst gebacken und gekocht, hier gibt es keine Systemküche, es schmeckt einfach gut“, schwärmt er und beißt in ein Stück selbst gebackenen Kuchen. Die Art der Gemeinsamkeit und des Miteinanders will er weiter in den Vordergrund stellen. Da könne er auf der Arbeit seiner Vorgängerin gut aufbauen. Zu Recht sei Jutta Vortkamp nach Berlin befördert worden, ist sich Sgodda sicher, auf eine Position, von der sie noch ein wohlwollendes Auge auf ihre ehemalige Einrichtung haben könne.

Die Tür des Besprechungszimmers geht auf, herein tritt die Leiterin Sozialer Dienst Susanne Peschke. Sie kommt mit einigen Heimbewohnern gerade von einem Ausflug in den Frankfurter Zoo und ist ebenfalls sehr angetan: „Es war der Hammer“, schwärmt die für die Programmgestaltung Verantwortliche, „14 Bewohner waren dabei, und alle haben sich wohl gefühlt.“

Die Vergangenheit war nicht immer so rosig, weiß Sgodda zu berichten. Erst mit Vortkamp sei das Kursana Domizil in positive Bahnen gelenkt worden. „Vorher waren einfach zu viele Zeitarbeiter hier, die kein Interesse an der Einrichtung und viel zu kurze Arbeitsintervalle hatten und deswegen keine persönliche Bindung herstellen konnten“, erläutert er. Weder zu dem Haus, noch zu den Bewohnern. Erst 2015 mit der Umstellung auf Festangestellte und der Entscheidung, auszubilden, sei die Wende gekommen.

Der Zukunft zugewandt

Auf die Frage, wie es denn um die Zukunft der Altenheime bestellt sei, wird Alexander Sgodda nachdenklich und muss an seinen Vater denken. Wenn der einmal in ein Seniorenheim gehen sollte, habe er ganz andere Ansprüche – an eine digitale Ausstattung beispielsweise. „Wenn jemand Online Banking und digitale Chats gewohnt ist, will er im Alter darauf nicht verzichten“, bringt es Sgodda auf den Punkt. „In ein paar Jahren will Kursana eine neue Telekommunikationsanlage für ihre Häuser bereitstellen“, prophezeit der Direktor. „Da wird ein Internetzugang für jedes Zimmer mit drin sein“. Aber was das persönliche Lächeln untereinander angehe – das sei auch dann nicht zu ersetzen.

Pressestelle der Gemeinde Kriftel
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