MASSENHEIM – Am Samstag, den 21.09. war wieder Kelterfest des Streuobstwiesenvereins Massenheimer Stöffsche bei der Familie Neb in Massenheim. Dieses Fest jährt sich bereits zum dritten Mal. Es trafen sich Baumpaten und Mitglieder des Vereins zum Keltern und anschließenden Feiern.

Foto: Hilmar Koch

Doch vor dem Feiern und Keltern steht erst einmal das große Apfelernten. Deshalb trafen sich bereits am Freitagnachmittag Baumpaten, Vereinsmitglieder und Familienangehörige in Nebs Streuobstwiese. Bewaffnet mit Körben und Säcken wurden die ersten Äpfel abgeerntet. Dann kamen die großen Plastikplanen zum Einsatz. Unter die Bäume gelegt, wurden die abgeschüttelten Äpfel so aufgesammelt. Mit Leitern konnten auch die höchsten Äpfel noch abgeerntet werden. Diese Ernte war für Apfelsaft vorbestimmt.
Am Samstagvormittag ging das Apfelernten bei Familie Schröder weiter. Hierzu verabredeten wir uns in der Gemarkung auf der Streuobstwiese und hatten wieder, neben zahlreichen helfenden Händen, auch den Haus- und Hofhund Rocky mit zur Hilfe. Mehrere von uns bereits eingesammelte Äpfel wurde von ihm wieder aus dem Korb geholt und angekaut. Ein veganer Hund? Jedenfalls durfte er seine Beute behalten. Die Ernte war jetzt für das gute Stöffsche vorgesehen, den späteren Apfelwein.
Dieses Jahr wurde das Keltern von Marthas mobiler Mosterei aus 35753 Greifenstein-Beilstein ausgeführt. Jetzt fragt man sich natürlich, warum man keinen Kelterer aus der Umgebung nimmt? „Unsere“ mobile Kelterei, die die letzten beiden Jahre bei uns tätig war, hatte letztes Jahr die Arbeit eingestellt. Internetrecherchen und Anfragen bei anderen Streuobstvereinen ergab zunächst keinen Ersatz. Wir brauchen nämlich für den haltbaren Apfelsaft das Bag in Box System. Dazu wird der frisch gewonnene Apfelmost gleich in der mobilen Mosterei erhitzt und in 3 oder 5 Liter Kartons abgefüllt. Somit bleibt er bis zu 1,5 Jahre haltbar und ist in geöffnetem Zustand auch noch mehrere Wochen trinkbar. Durch die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes im Main-Taunus-Kreis, Frau Helling, wurde Kontakt mit dieser mobilen Kelterei aufgenommen. Vormittags wurde für den Verband in Hattersheim gekeltert, anschließend dann bei uns. Damit war dann die weite Anreise von Marthas Mobil doch rentabel. Das wir jetzt Mitglied des Landschaftspflegeverbandes geworden sind, ist auch selbstverständlich.

Foto: Hilmar Koch

Bedingt durch technische Probleme konnte das Keltern nicht bei Familie Neb stattfinden, sondern kurzfristig sprang Edwin Kahl ein. Bei seinem Hof waren alle Voraussetzungen erfüllt und dem Aufbau des großen Anhängers stand nichts mehr im Wege. Herzlichen Dank der Familie Kahl, die spontan in die Bresche sprang und unseren Äpfeln zum Saft verhalf.
Die Äpfel wurden in einen Behälter des Anhängers geschüttet und liefen von da aus über ein Förderband in den Waschtrog. Sauber ging es dann in den Häcksler und gleich in eine Rollenpresse. Der Trester, die ausgepresste Apfelmasse, wurde gleich in einer Traktorschaufel aufgefangen und später abgefahren. Der Saft lief dann in zwei Tanks und konnte von da in einen Erhitzer abgeleitet werden. Mit Erreichen von ca. 80° Celsius konnte der erhitzte Apfelsaft in die „Bag in Box“ Behälter abgefüllt werden. Aus der zweiten Ernte sollte ja Apfelwein werden, deshalb wurde der Most ohne Umwege direkt in die Tanks von Familie Schröder gepumpt. Alles ging ratz fatz und war in 90 Minuten erledigt. Weitere Kunden von dem Landschaftspflegeverband MTK kelterten ebenfalls noch nach uns weiter.
Bei Familie Neb wurde dann noch mit Grillwürstchen und Kuchen gefeiert. Auch der frische heiße Apfelsaft wurde verkostet. Jeder der Baumpaten konnte dann auch noch seinen 5 Liter „Bag in Box“ Apfelsaft mit nach Hause nehmen.
Am 07.03.2020 besteht dann bestimmt die Möglichkeit den neuen Apfelwein beim 3. Massenheimer Stöffsche Äppelwoitasting zu prüfen. Infos werden rechtzeitig in Ihrer Zeitung bekannt gegeben.

Hilmar Koch