TREBUR – „Die Normandie, einst Muse der Impressionisten und Dichter, hat vieles zu bieten. Malerische Fischerdörfer und luxuriöse Seebäder, märchenhafte Buchten, imposante Kreidefelsen, hohe Klippen und die Landungsstege der Alliierten. Im Landesinneren wartet eine Landschaft wie ein grüner Teppich mit Pferden und weidenden Kühen und riesigen Apfelplantagen. Die Seine schlängelt sich in unvergleichlichem Licht vorbei an mittelalterlichen Städten, Abteien und Burgen. Und über allem schwebt ein Duft von Austern, Apfelbäumen und Camembert“, so beschreibt unser Reiseführer unsere Reise. Nicht umsonst war die Normandie das beliebteste Freilufttheater der französischen Künstler des späten 19.Jahrhunderts. Einer der berühmtesten, Claude Monet lebte und arbeitete über 40 Jahre in einem kleinen Ort am Ufer des Flüsschens Epte, in Giverny.
Bereits am dritten Tag unserer Reise besuchten wir seinen Garten mit dem berühmten Seerosenteich und das Wohnhaus, heute ein Kunstmuseum voller Bilder, die ein Zeugnis seines Schaffens ablegen.
Eingesammelt an den jeweiligen heimatlichen Haltestellen ging die Fahrt mit 38 Landfrauen und ihren Männern zunächst nach Saarbrücken zum Reiseveranstalter, um dort nach Fahrerwechsel über Metz zum Tagesziel Paris zu fahren. Auf dieser Strecke erinnert uns noch heute die durchwühlte und durchlöcherte Landschaft  an die beiden Kriege, die hier so eindrucksvoll ihre Spuren hinterlassen haben. So manche Reise-Teilnehmer erzählten beim Besuch am Kriegerdenkmal in Verdun, dass dort wo jetzt mehr als 200.000 Gräber den Schrecken des Krieges dokumentieren, auch Familien-Angehörige ihr Leben ließen.

Foto: Gertrud Scharning

Bald erreichten wir Paris und  im Schatten des Eifelturms die Anlegestelle des Motorschiffes „ MS Botticelli, die nun für die nächste Woche unser Heim wurde. Reisebetreuerin Sabine mit weiteren drei Helfern erwartete uns bereits am Pier und so waren mit deren Hilfe die Kabinen bald bezogen. Anschließend begrüßte uns die gesamte Crew einschließlich des Kapitäns im Salon mit einem Glas Sekt.  Etwas später folgte  das erste vorzügliche Diner, wobei wir hier bereits erahnen konnten, dass wir die nächsten Tage leben würden „wie Gott in Frankreich„.
Unser Busfahrer Frank, ein Frankreichfan und Paris-Liebhaber, zeigte uns am nächsten Tag bei einer Stadtrundfahrt  PARIS: „Weltstadt und an Sehenswürdigkeiten kaum zu überbieten“: Vorbei ging die Fahrt am Platz de la Concorde, entlang der Prachtstraße Champs-Elysees zum Arc de Triomphe de l‘ Etoile,  dem Eifelturm und dem Invalidendom, um nur einige zu nennen. Nach dem Mittagessen war  Sacre Coeur  unser Ziel. Montmartre mit seinen vielen bunten Nachtlokalen ließen wir links liegen, um zum  „Laffayette“, dem berühmten Pariser Kaufhaus zu gelangen. Dort war zunächst der 12.Stock des Hochhauses gegenüber unser Ziel. Für alle unvergesslich: Ganz Paris lag uns zu Füßen. Am Abend an Bord – in der „Titi-Paris“ Show – fühlten wir uns mit Chansons in vergangene Zeiten zurückversetzt, die früher Edith Piaf,  den „ Spatz von Paris“ weltberühmt machten.
In der Nacht begann unsere 375 Kilometer lange Reise auf der Seine mit der  MS Botticelli.
Wir passierten  zwischen Paris  und Honfleur 106 Brücken und mit ca.26m Höhendifferenz 6 Schleusen. Mit der Brücke „Pont de Normandie, einer Schrägseilbrücke, die mit 856 m die größte Spannweite in Europa besitzt, kündigte sich das Ziel unserer Reise „ Honfleur“ an. Die Brücke verbindet  Le Havre (Haute Normandie) auf dem rechten Ufer im Norden mit Honfleur (Basse Normandie) auf dem linken Ufer im Süden. Honfleur besitzt mit dem „Vieux-Port“ wohl den am schönsten gelegenen Hafen der Normandie, an dessen Kaimauern bunt bemalte Fischkutter im Wasser liegen und die Fischer morgens ihre Netze flicken. Fast überall wurde die alte Baustruktur belassen und Neues meist unauffällig in das historische Ortsbild eingepasst, so dass Honfleur auch heute noch seinen unverwechselbaren Charme besitzt. So manche aus unserer Reisegruppe haben sich spontan in diese alte Stadt verliebt.
Der mondänste Ort in der Normandie ist das nur wenige Kilometer entfernte Deauville. Hier treffen sich alljährlich die Schönen und Reichen. Jedoch war die Saison bereits vorbei, so dass wir bei unserem Besuch dort die Atmosphäre nur erahnen konnten.
Bleibende Erinnerungen werden wir alle an Rouen behalten, eine 110tausend Einwohner zählende Hafenstadt, die noch heute über die Straßennamen bis in die Gallo-römische Zeit (52 v.Chr. bis 486)“ zurückzuführen ist.  So ist es nicht verwunderlich, dass man sich in den engen Straßen und Gassen im Mittelalter wiederfindet. Das Straßenbild beeindruckt durch außergewöhnliche Prachtbauten und eine enorme Fülle wunderschöner Fachwerkhäuser.
Die mächtige Kathedrale „Notre Dame“, welche unbestritten zu den schönsten Schöpfungen der klassischen Kathedralgotik gehört, war ein „Muss“ unseres Besuches dort. Nicht nur die Höhe und die Ausstattung des Äußeren entlockte uns Bewunderung und Staunen, im Innenraum konnte man viel Bewunderung aufgrund der üppigen Ausgestaltung und der vielen Sandsteinfiguren laut hören.  Geschichtlich spielt Jeanne d‘ Arc (wir kennen sie als „ Jungfrau von Orleans „ ) eine große Rolle in Rouen. Am 30.Mai 1431 wurde sie auf dem Scheiterhaufen in Rouen verbrannt. Heute stehen inmitten von reizvollen Fassaden die Kirche und das Museum, die der Jungfrau von Orleans gewidmet sind. 1456 wurde sie nach 25 Jahren rehabilitiert und 1920 als Schutzpatronin Frankreichs heiliggesprochen.
Mit nach Hause genommen haben viele aus der Reisegruppe sicher eine Erinnerung vom Benediktinerkloster in Fecamp ganz anderer Art: Einen Klosterlikör, welcher bereits vor dreihundert Jahren  von Mönchen nach dem gleichen Rezept gebraut wurde. Heute wird er weniger hochprozentig mit dem Namen „Benedictine“ angeboten und verkauft. Ein Abstecher nach Deauville, dem mondänsten Badeort in der Normandie war leider für die Zeit etwas verspätet. Man konnte das Leben der Reichen und Schönen, welche sich dort während der Badesaison tummeln, nur erahnen. Vornehme Hotels und eine 653 Meter lange Promenade, deren altmodische Umkleidekabinen die Namen von Filmstars tragen, welche hier einst  beim alljährlichen Festival des Films zu Gast waren, lassen die Mondänität erahnen.
Nach der Verabschiedung durch die gastfreundliche Mannschaft der MS Botticelli, machten wir auf der Heimfahrt noch  einen Stopp in Reims, wo wir der dortigen Kathedrale einen Besuch abstatteten und kamen  in den frühen Abendstunden in die heimischen Gefilde, nicht ohne Fahrer Frank  einen Dank für die umsichtige Fahrt und vielen Informationen über Städte und Geschichte durch unsere langjährige Kreis-Landfrauenvorsitzende und Reiseleitung,  Irene Fückel auszu-sprechen. Wie auf der Hinfahrt wechselten wir die Fahrer wieder in Saarbrücken, um dann die heimatlichen Bushaltestellen anzusteuern.

Im Namen der Gruppe dankte  Erika Klein der Reiseorganisatorin Irene Fückel für diese unvergessliche Flusskreuzfahrt:
Fazit: An Bord gelebt „wie Gott in Frankreich“, Reise mit vielen Eindrücken und Informationen, mit Super-Wetter,  keinem Unfall  aber mit viel Harmonie in der Gruppe und  jeden Tag mit  Guter Laune! Kann man mehr wollen?

Alle Reiseteilnehmer sind herzlich  zu einem Film-Rückblick eingeladen,  am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019 um
16 Uhr ins Vereinsheim, Trebur Hauptstraße 17 (Öffnung 15,45 Uhr)

Die nächste Reise ist die Winterreise nach Bad-Staffelstein vom 28.11. bis 2. 12.2019.
Es folgt im Januar 2020 die Winterfahrt nach Lofer, die vom 25.Januar bis 1.Februar 2020 stattfindet.
Gerne können sich noch Interessenten für diese beiden Reisen anmelden, Männer sind willkommen  und Mitgliedschaft ist nicht Bedingung.

Irene Fückel und Gertrud Scharning