BISCHOFSHEIM – Den ‚großen Ausflug‘ der Stiftung nach Aschaffenburg im Juli haben 64 Personen miterlebt. Schon in den Planungen für das gesamte Jahr 2019 hatte der Vorstand noch weitere Aktivitäten auf seiner Liste. Im September dann das Angebot für einen sogenannten „Nachtwächter-Rundgang“. Angedacht waren zwei Termine mit ca. 20 Personen. Aufgrund der Nachfrage waren am Ende 4 Termine notwendig.

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Der geplante Rundweg führt vom Rathaus zur Katholischen Kirche, zum Marienplatz, durch die Dammstraße zum Ortsdamm, in die Dreihäusergasse, in die Frankfurter Straße zur Evangelischen Kirche und zur ‚S-Kurve‘ (Volksbank). Dann durch die Untergasse, vorbei an der Mittelgasse, zurück zu den ehemaligen Schulgebäuden, jetzt Rathaus I und II. Viele kennen natürlich die Örtlichkeiten, die Straßen und Plätze ihrer Heimatgemeinde. Und auch den Ortsdamm, der hessenweit einmalig ist. Karten und Fotografien aus alter Zeit unterstützten die historisch wichtigen Ereignisse und Ansichten von Bischofsheim. Sehr interessant waren aber auch die Beiträge der Teilnehmer aus ihrer jeweiligen eigenen Lebensgeschichte. Von Bauern, Handwerkern und Geschäften, von Festen und von Mutproben der Jugend war da die Rede. Die Dohl spielte als ‚Abenteuer-Spielplatz‘ eine wichtige Rolle (ein echter Bischemer war der, der als Kind schon mal in die Dohl, ein ‚Entwässerungsgraben‘ gefallen war!). Ein Spruch von Adam Horst, Gründer des Lokal-Anzeigers passte an dieser Stelle: „Die Dohl entspringt – wie jeder weiß, am Rathaus durch Beamtenschweiß“. Dies ist in seiner physikalischen Wahrheit historisch nicht belegt. Aber auch von der ‚Ölmühle‘, der ‚Milchsammelstelle‘, den beiden Kinos, dem Rodeln im Winter am Damm, den Überschwemmungen in der Untergasse bei schweren Gewittern, wurde erzählt. Besonders amüsant die sogenannten U-Namen mit denen z.B. die Familien Schneider, Wolf, Schad, u.a. gekennzeichnet und unterschieden wurden. Und auch die Geschichte, wie die Gaststäte am Kino zu ihrem Namen „Zum blutigen Hammer“ kam.

Der gemeinsame Abschluss wurde im neuen Restaurant „Meyers“ angeboten. Fast alle waren dabei und lernten auf diese Weise das Restaurant kennen. Eine Kopie aus dem Buch „25 Jahre Närrische Achse“ mit verschwundenen Geschäften und Betrieben und einen Ortsplan verteilte Reinhard Bersch dort an die Teilnehmer. Mit dem 4. Rundgang am 15. November, sind dann über 80 Personen auf kurzweilige Art und Weise durch ihr vertrautes Bischem geschlendert und haben ihre Ortskenntnis an der einen oder anderen Stelle erweitern können.

Am ersten Termin war Stefan Finkenauer in der katholischen Kirche anwesend und erläuterte den Stiftern sehr kompetent die vor 10 Jahren neu eingebaute Orgel. Dies gab den Anstoß dafür, im nächsten Jahr die ‚Königin der Instrumente‘ in den Focus zu nehmen und im Jahr 2020 eine Orgel-Reihe anzubieten. Die Ev. Kirche, die kath. Kirche und zwei weitere Orte sind geplant. Genauere Informationen dazu gibt es rechtzeitig.

Reinhard Bersch