RÜSSELSHEIM – Mit viel Esprit und Humor arbeitet Monika Alabowitz im Schulsekretariat der Georg-Büchner-Schule. „Jeder Tag ist ein Überraschungsei. Man weiß am Morgen nie, was der Tag an Überraschungen bringt“, lacht die 58-jährige. Ihr Arbeitstag beginnt mit den Krankmeldungen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Diese Informationen muss sie schnellstmöglich weiterreichen, damit das Lehrpersonal weiß, welche Vertretungsregelung gilt. Auch darüber hinaus ist sie die Anlaufstelle für eine Vielzahl an Anliegen von Schüler- und Lehrerschaft, Schulleiterin, Eltern, Kitas, Schulhausverwalter, Handwerksbetriebe und sonstigen Institutionen.

Eine hohe Geräuschkulisse und eine sich ständig öffnende Tür mit neuen Ratssuchenden sind Dauerbegleiter für die Arbeit der Schulsekretärin. „Würde man uns mit einem Lebewesen aus dem Tierreich vergleichen, so wären wir die Krake mit acht Fangarmen“, sagt sie schmunzelnd. Während sie telefoniert, nimmt sie häufig Unterlagen entgegen, gibt Daten im Rechner ein und weist pantomimisch den Weg oder den Ort von notwendigen Unterlagen. Deswegen weiß Alabowitz: „Schulsekretärinnen müssen extrem belastbar sein und mindestens zwei Sachen gleichzeitig können. Außerdem müssen sie jede Menge Organisationstalent haben.“ Und ihr Tätigkeitsfeld geht noch viel weiter: „Wir sind die gute Seele der Schule, Krankenschwester bei kleinen Unfällen und Trostspenderin und Seelsorgerin für alle Problemchen.“ Dabei gibt es auch viele schöne Momente. „Wenn eine Klasse mit ihrer Lehrerin ins Sekretariat kommt und ihr neuestes Lied vorsingt, ist Gänsehaut vorprogrammiert“, sagt die Rüsselsheimerin. Zudem denken Kinder und Lehrpersonal immer mit Kostproben an sie, wenn die Klassen in der Weihnachtszeit Plätzchen backen.

Mit einem Vorurteil räumt sie auf: Schulsekretärinnen und -sekretäre haben einen ganz normalen Urlaubsanspruch und arbeiten auch in den Ferien. Dies ist häufig die einzige Zeit, in der längeres konzentriertes Arbeiten möglich ist. In den Sommerferien muss sie die Akten der Schülerinnen und Schüler fertigstellen und verschicken, die an einer anderen Schule in die 5. Klasse wechseln. Für die neuen Erstklässlerinnen und -klässler muss sie die neuen Akten anlegen, Infobriefe erstellen und auch die Einschulung vorbereiten. Für die Lehrerakten ist sie ebenfalls zuständig. Für Abfragen vom Hessischen Kultusministerium, Staatlichen Schulamt, der Schulverwaltung muss sie sich auch immer wieder während der Schulzeit Zeitfenster abtrotzen, um diese detailgenau zu beantworten. Gleiches gilt für Schülerbeurlaubungen, Gestattungen oder Essensanmeldungen. Rechnungen müssen geprüft und in die entsprechenden Listen eingetragen werden.

Größte Grundschule in Rüsselsheim
Seit 22 Jahren arbeitet Alabowitz bei der Stadt und davon 20 Jahre in der Georg-Büchner-Schule. Nicht ohne Stolz erwähnt sie, dass die Georg-Büchner-Schule mit 545 Schülerinnen und Schülern die größte Grundschule ist. Die Schule hat derzeit fünf Klassen pro Jahrgang. Neben den Klassen in den Jahrgängen 1 bis 4 gibt es die Eingangsstufe sowie eine Vorklasse, eine Sprachintensivklasse, Vorlaufkurse für Deutsch und natürlich ein umfassendes Ganztagsangebot inklusive Betreuungsschule.

Alabowitz arbeitet in Teilzeit, und an zwei Nachmittagen übernimmt eine Kollegin die Arbeit im Sekretariat. Insgesamt gibt es 20 Mitarbeiterinnen, die in Sekretariaten von Schulen in Trägerschaft der Stadt Rüsselsheim arbeiten. Einmal im Jahr findet eine Dienstbesprechung statt, bei der sie sich auch untereinander austauschen können. Denn immer wieder gibt es auch Neuerungen in ihrer Tätigkeit. So war die Umstellung auf das Datenprogramm LUSD, mit dem hessenweit die Daten von Lehrer- und Schülerschaft eingepflegt werden, ein längerer Prozess. Der Vorteil ist, dass die Daten weiterverschickt werden können, wenn ein Kind innerhalb von Hessen die Schule wechselt. Allerdings hatte das Programm anfangs noch Kinderkrankheiten, die mittlerweile ausgemerzt sind. Bei allen Neuerungen und allem Trubel während der Schulzeit steht für die Rüsselsheimerin fest: „Unser Job ist nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Freude.“

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