BISCHOFSHEIM – Zum Abschluss des Jubiläumsjahres zum 150-jährigen Bestehen des GV Germania 1869 Bischofsheim e.V. veranstaltete der Gesangverein mit seinen beiden Chören „Gemischter Chor“ und „Happy Voices“, unterstützt von Mitgliedern des kath. Kirchenchores und dem Akkordeon-Orchester des Handharmonika-Spielrings Bischofsheim ein modernes Weihnachtsoratorium in der Christkönigskirche in Bischofsheim.

In der bis auf den letzten Platz ausverkauften Kirche konnte Simone Astheimer, die erste Vorsitzende des Gesangsvereins, unter den zahlreichen Sponsoren des Konzerts auch Bürgermeister Kalweit und die Landtags-Abgeordnete Sabine Bächle-Scholz begrüßen.

Pfarrer Zirmer, als Hausherr der Kirche, erinnerte daran, dass mit dem 3. Advent die Weihnachtszeit näher rückt und so die Geschichte der Geburt Jesu, die das Oratorium erzählt, gut in die Zeit passt. Klaus Heizmann, der Komponist des Oratoriums, gab einige Einblicke in die Entstehung des Werks und freute sich über die erneute Aufführung in Bischofsheim. Er versprach, eine eben entstehende Komposition dem Chor und Orchester nach der Fertigstellung kostenlos zur Verfügung zu stellen, was mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Das im Jahr 1998 entstandene Weihnachtsoratorium „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ orientiert sich an der im Lukas-Evangelium erzählten Weihnachtsgeschichte. Den Menschen unserer Zeit soll das biblische Geschehen in einer Form nahegebracht werden, die den heutigen Hörgewohnheiten entgegenkommt; dabei sind kompositorisch klassische Stilelemente mit populären Klängen verbunden. Dies bedeutet aber auch, dass die 27 Titel des Oratoriums, teils Orchester-Stücke, teils Solo-Stücke, Duetts, Terzetts, Frauenchor, Männerchor und über die Hälfte Gemischter Chor rhythmisch und harmonisch sehr anspruchsvoll sind. Diese Herausforderung meisterten der ca. 80 Sängerinnen und Sänger umfassende Chor ebenso bravourös wie das Orchester und die Solisten.

Danksagung durch S. Astheimer – Foto: Eva Glöckle

Eröffnet wurde das Oratorium nach der Orchester-Ouvertüre mit dem Chor „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ für Sopran, Mezzosopran, Tenor und gemischten vierstimmigen Chor. Dem „Bereitet den Herrn den Weg“ des gemischten Chors folgte der Frauenchor „Worte sind Licht auf unserem Weg“, dessen Refrain wieder ein vierstimmiger Chorsatz war. Soli des Tenors Patrick Hörner vom Staatstheater Mainz erzählten die Verkündigung durch den Engel Gabriel. Die verbindenden Texte zur Erzählung der Weihnachtsgeschichte trug Christine Stotz vor. Joana Skuppin, Sopran, übernahm die Solostellen der Maria während Elena Bauer, Mezzosopran, die Liedtext-Soli, die den Bezug Gottes zu den Menschen thematisieren, vortrug. Dazwischen immer wieder Chorstücke für gemischten Chor, Solisten und Orchester, wie z.B. „Über den Feldern“ – die Engel bei den Hirten – oder „Fürchtet Euch nicht“ – „..siehe ich verkündige Euch große Freude …“-. Das Lied der Hirten „Lasset uns nun gehen nach Bethlehem“, ein Stück für den Männerchor, gefolgt von einem weiteren Hirtenlied, dargeboten von Patrick Hörner (1, Tenor), Bruno Kühl (2. Tenor) und Dietmar Lanius (Bass) berichten über die Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten. „Preis sei Dir Jesus“, zuerst Duett für Sopran und  Mezzosopran, weitergeführt vom gemischten Chor mit Tenorsolo, wird zum Hymnus für alle Solisten und den gemischten Chor, immer auch unterstützt vom Akkordeon-Orchester und erfüllte so die Kirche mit mächtigem Klang. Das Lied der drei Weisen „Wo ist der neugeborene König der Juden?“, von den Solisten Patrick Hörner, Bruno Kühl und Dietmar Lanius dargeboten wie der Lobpreis des Jesuskindes durch die drei Weisen, erzählt deren Geschichte.

Die Angst Mariens um das Kind aufgrund der Verfolgung durch Herodes, als Solo von Elena Bauer, unterstützt durch die Sopran-Solistinnen Vanessa Hinze, Dorothea Pitzner, Dagmar Kretschmer und Christine Wedeleit, weist auch auf die Bedrohung der Kinder durch Krieg und Flucht in unserer Zeit hin. Mit „Flüchtlingskind von Bethlehem“ schlägt die Solistin und der Chor mit dem Akkordeon-Orchester die Brücke zur aktuellen Weltlage: „…Elend, das man aufnimmt, ist ein großer Schatz.“ Der Schlusschor „Ehre sei Gott in der Höhe“ für die drei Solostimmen und gemischten Chor, unterstützt vom vollen Klang des Akkordeon-Orchesters, beendet das Weihnachtsoratorium mit einer furiosen Klangfülle.

Tosender Beifall und minutenlang stehende Ovationen sind der Lohn des Publikums für Solisten Chor und Orchester. Zum Abschluss bedankte sich Simone Astheimer beim Chor, und mit Blumen und Präsenten bei den Solisten, der Sprecherin und dem Dirigenten Stefan Finkenauer, unter dessen Gesamtleitung und Arrangement für das Orchester das Oratorium aufgeführt wurde. Dem Publikum dankte sie für das zahlreiche Erscheinen, den Sponsoren für die Unterstützung des Konzerts und wünschte allen einen friedvollen Advent und ein frohes Weihnachtsfest.

Albrecht H. Glöckle