FLÖRSHEIM – „Wir haben gerade einen Igel gefunden. Was sollen wir jetzt damit machen?“, wollten Roswitha und Wilfried Becker am vergangenen Freitag telefonisch von Bernd Zürn wissen. Diese Frage hört der Flörsheimer BUND-Aktive mehrmals im Jahr. In dieser Jahreszeit jedoch sehr selten. Üblicherweise halten nämlich die niedlichen Stachelträger jetzt ihren Winterschlaf. Meistens unter Büschen und Hecken in dunklen und windgeschüzten Verstecken, die sie sich vorher mit Heu und Laub ausgepolstert haben.

Kurz vor der Übergabe an Bernd Zürn: Schweren Herzens trennen sich die Eheleute Roswitha und Wilfried Becker von ihrem stacheligen Freund – Foto: Bernd Zürn

Fehlende Fettreserven beeinflussen den Winterschlaf
Warum der Findling der Flörsheimer Familie Becker bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch unterwegs war weiß auch Bernd Zürn nicht. Zumal auch noch am helllichten Tag. Für die eigentlich nachtaktiven Igel ein recht ungewöhnliches Verhalten. Denkbar wäre, dass der arme Mecki sich im Herbst nicht genügend Fettreserven für den Winter angefressen hat und deshalb jetzt auf Nahrungssuche war. So etwas könnten seinen Winterschlaf unterbrochen oder verzögert haben.

Mainwiesen sind keine guten Winterquartier für Igel
Der Fundort – die Wiesen am Maindamm in Höhe der Artelbrückstraaße 20 – ist nach Einschätzung von Bernd Zürn kein idealer Überwinterungsort für Igel. Deshalb brachte er den Kleinen nach Weilbach in seinen großen Garten. Das dort eigens für ihn angelegte Winterquartier nahm er widerstandslos an.  Für den Fall, dass Mecki doch ab und zu Hunger oder Durst verspürt, findet er vor seiner neuen Behausung alles, was ein Igelherz in dieser Jahreszeit erfreut: Katzenfutter, Äpfel und – natürlich – Wasser.

Flöhe sind für Igel normal
Ehe er in seine neue Weilbacher Unterkunft einquartiert wurde hatte ihn Gerhild Krichbaum gründlich untersucht. So weit feststellbar war alles in Ordnung, aber: Flöhe in Massen! Überall krabbelte es zwischen den Stacheln des armen Kerlchens. Ein für Igel nicht ungewöhnliches Ereignis. Da war  eine Portion Flohpulver als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ angebracht. Ob diese Prozedur widerholt werden muss wird Bernd Zürn bei seinen nächsten Kontrollen feststellen.

Bernd Zürn