RÜSSELSHEIM – Vor gut 25 Jahren, am 11. September 1994, gründete sich die Rüsselsheimer Hospizhilfe. Jetzt feierte sie ihr Jubiläum bei ihrem Neujahrsempfang im Rüsselsheimer Rathaus. Oberbürgermeister Udo Bausch dankte dem Verein für seine Verdienste. „Vor nunmehr 25 Jahren hat die Rüsselsheimer Hospizhilfe sich dieser Aufgabe angenommen, Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, und damit in unserer Stadt Pionierarbeit geleistet. Inzwischen ist aus dem Verein eine anerkannte und für das soziale Netz unserer Stadt unverzichtbare soziale Einrichtung geworden.“ Dabei habe die Anzahl der Begleitungen in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. „Deutlicher kann sich nicht ausdrücken, wie wichtig und unverzichtbar die Arbeit der Hospizhilfe für unsere Stadt geworden ist.“

In seiner Begrüßungsrede betonte der Oberbürgermeister, dass mit dem Entstehen der Hospizbewegung das Sterben wieder als wichtiger Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein gerufen wurde und damit Sterbenden und ihren Angehörigen ein würdevolles Leben ermöglicht. „Sie hat erreicht, dass das Thema in den Medien und damit auch in der Wahrnehmung der Menschen immer präsenter ist. Die Arbeit der Hospizbewegung zeigt also an vielen Stellen Erfolge“, sagte Bausch.

Dazu zählen für ihn insbesondere die zahlreichen Qualifizierungskurse für ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer, die in vergangenen 25 Jahren stattgefunden haben. Als Meilenstein bewertete er die Einrichtung des Café Lichtblick im Jahr 2008, das sich an die trauernden Hinterbliebenen richtet und einen Ort zum gegenseitigen Austausch bietet. Oberbürgermeister Bausch würdigte noch einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der ehrenamtlichen Arbeit des Vereins. Mit der Unterstützung und Beratung beim Erstellen von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben helfe der Verein nicht nur älteren Menschen, sich mit einem Thema zu befassen, welches man gerne verdrängt und vor sich herschiebt. Zuletzt wies Bausch auf ein neues Projekt hin, das 2019 erstmals in Kooperation mit der Rüsselsheimer Volkhochschule durchgeführt wurde: ein „Letzte Hilfe-Kurs“. Hier geht es darum, wie Angehörige und Nahestehende einem sterbenden Menschen die noch verbleibende Lebenszeit erleichtern können.

Neben Oberbürgermeister Udo Bausch sprachen der langjährige Schirmherr des Vereins, Staatssekretär a.D. und ehemaliger Bürgermeister der Stadt, Jo Dreiseitel, sowie der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will. Als Festrednerin konnte die Journalistin und Buchautorin Susanne Conrad gewonnen werden, die sich mit dem Thema Sterbebegleitung in ihrem Buch „Sterben für Anfänger: Wie wir den Umgang mit dem Tod neu lernen können“ intensiv auseinandergesetzt hat.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
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