KRIFTEL – Alles fing damit an, dass der Piaggio Porter, mit dem Ljubo Polic täglich die 300 Mülleimer in Kriftel leert, wegen erheblicher Mängel nicht mehr einsetzbar war. „Wir mussten über eine Neuanschaffung nachdenken“, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Da das Fahrzeug nur innerhalb des Ortes eingesetzt wird und der Fahrer an „jeder Ecke“ anhalten muss und aussteigt, bot sich auch aus Gründen des Umweltschutzes ein E-Auto an. Auch Wassermeister Drago Knezevic, der ebenso nur im Gemeindegebiet und oft von Haushalt zu Haushalt unterwegs ist, um beispielsweise Wasserzähler auszutauschen, hatte ebenfalls kein geeignetes Gefährt mehr.

Auf der Suche nach möglichen Fördergeldern für zwei E-Autos landete Michael Walter, Leiter des Fachbereiches Tiefbau/Bestattungswesen/Betriebshof, bei der Innovationsförderung des Landes Hessen – und es gelang der Gemeinde Kriftel, als erste hessische Kommune, ins Forschungsförderprogramm „Förderung der Elektromobilität“ der Hessen Agentur Eingang zu finden. Künftig soll nun in Kriftel in einem eigens eingerichteten Forschungsprojekt geprüft werden, ob sich Elektrofahrzeuge im kommunalen Einsatz bewähren.

Regelmäßige Berichte über den laufenden Betrieb
Die Gemeinde musste sich mit einer ausführlichen Projektskizze um die Gelder bewerben – und nun bis Dezember 2021 genauestens in insgesamt vier Zwischenberichten jeweils Ende April und Ende Oktober dokumentieren, wann und wofür die Autos genutzt und wie oft sie betankt werden und wie sie sich im Betrieb bewähren. Ziel soll es sein, mit dem Projekt und begleitender Pressearbeit einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität und Sichtbarkeit der Elektromobilität zu leisten. Zum Ende des Projektes muss ein umfangreicher Abschlussbericht erstellt und eingereicht werden – samt Darstellung des Projekterfolges mit Ausblick.

„Das ist ein großer Aufwand, aber er ist es wert“, findet der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Die Fahrzeuge sollen erprobt werden und können – wenn sie sich bewähren – nach Abschluss des Forschungsprojektes übernommen werden. Für die kommenden zwei Jahre werden sie von der Gemeinde geleast. „Die Gesamtkosten für das Projekt wurden mit 108.900 Euro beantragt und anerkannt. Die Förderquote beträgt 50 Prozent, also 54.500 Euro stammen damit aus Mitteln des Förderprogramms Elektromobilität in Hessen“, informiert der Erste Beigeordnete Franz Jirasek.

Zwei Ladestationen
Ab sofort wird Ljubo Polic also mit einem leisen Goupil G4 mit Gitteraufbau täglich auf seiner Leerungstour die 300 Mülleimer in Kriftel anfahren. Das Fahrzeug kann 1,2 Tonnen Müll zuladen. Wassermeister Drago Knezevic ist seit kurzem bereits mit einem Street Scooter Work mit Box in Kriftel unterwegs und rundum begeistert. „Ich bin eine Woche gefahren ohne ihn aufladen zu müssen“, schwärmt er. Auch sei das Fahrzeug gut zu fahren, die Box für Material sehr geräumig und mit einer großen Tür an jeder der drei Seiten äußerst komfortabel. Zwei Ladestationen sind Teil des Forschungsprojektes mit dem Titel „So E-mobil ist Kriftel“ und wurden bereits an der Begrenzungsmauer des Bauhofs an der Rossertstraße installiert.

Pressestelle der Gemeinde Kriftel