KRIFTEL/MAIN-TAUNUS-KREIS – „Seit Ende letzten Jahres haben wir im Rhein-Main-Gebiet und leider auch im Main-Taunus-Kreis nahezu täglich zahlreiche betrügerische Anrufe bei älteren Menschen, die aufgrund ihrer ‚alten‘ Vornamen oder kurzen Telefonnummern von ausländischen Callcentern ausgewählt werden“, berichtet Jürgen Moog, Geschäftsführer des Präventionsrates Main-Taunus-Kreis. „Die Anrufer geben sich als Polizeibeamte/Staatsanwälte, Computerspezialisten zum Beispiel von Microsoft, Verwandte, Schulfreunde oder auch ehemalige Arbeitskollegen aus. Durch geschickte Gesprächsführung bauen sie Vertrauen, aber auch Druck auf, um an Geld und Wertsachen ihrer Opfer zu kommen. Auf niederträchtige Weise werden dabei Gutgläubigkeit, Hilfsbereitschaft und Ängste älterer Menschen ausgenutzt.“
Die Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ hat schon längst den „Enkeltrick“ als effektivste Serienabzocke abgelöst. Im Wetteraukreis war ein Senior Anfang Januar 2020 „falschen Polizisten“ auf den Leim gegangen und legte Wertsachen, Geld und Gold im Wert von 700.000 Euro vor der Haustür zur Abholung bereit. Ebenfalls durch geschickte Gesprächsführung gelang es im Dezember letzten Jahres „falschen Polizisten“, das Vertrauen eines 80jährigen Rentners in Hofheim-Diedenbergen zu erlangen. Sie täuschten einen bevorstehenden Einbruch in dessen Haus vor und ließen sich 80.000 Euro übergeben, um diese angeblich in Sicherheit zu bringen. Zuletzt kam es zu zahlreichen Anrufen „falscher Polizisten“ im Raum Hattersheim. „Dort reagierten die Angerufenen genau richtig und beendeten die Telefonate, ohne auf die Betrüger einzugehen“, so Moog.

Neue Kampagne gegen „Falsche Polizisten“ gestartet
Jetzt haben Präventionsrat und Polizei erneut die Kampagne gegen das Auftreten „Falscher Polizisten“ gestartet. Diese wurde nach der Welle „Falscher Polizisten“ im November 2017, mit einem Gesamtschaden im Kreis von rund 300.000 Euro, wurde diese gemeinsam entwickelt. Im Main-Taunus-Kreis wurden schon vor Jahren alle Haushalte mit älteren Menschen durch die Bürgermeister/innen mit entsprechenden Infomaterial angeschrieben und sensibilisiert. Das ganze Jahr über sind die 118 Sicherheitsberater für Senioren (SfS) in allen Kommunen des Kreises – unter anderem auch in Kriftel – mit Gesprächen, Beratungen, Vorträgen und Infoständen tätig und geben Tipps zur Vermeidung der Betrugsmaschen am Telefon, an der Haustür, aber auch in Geschäften und im öffentlichen Raum. Die Kampagne zielt auf die schnelle und flächendeckende Sensibilisierung insbesondere älterer Menschen ab: über die Medien sowie mit Postern und Postkarten, die unter anderem auch im Krifteler Rathaus ausliegen.

Infos gibt es im Ordnungsamt Kriftel, das Kontakt zu den Krifteler Sicherheitsberatern für Senioren herstellen kann, bei Volker Kaufmann unter der Telefonnummer 4004-50 oder bei Jürgen Moog vom Präventionsrat (Telefon 0152/24838901, juergen.moog@mtk.org).

Pressestelle der Gemeinde Kriftel