KRIFTEL – „Mit unserer App wollen wir einen kleinen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten, nach dem Motto: Global denken, lokal handeln“, erklärt Céline Dahm, Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma Local FOODture, am Dienstag bei ihrem Besuch im Krifteler Rathaus. Oberstufenschüler der Eichendorffschule Kelkheim haben zu Beginn des Schuljahres ein Unternehmen gegründet und sich zum Ziel gesetzt, eine Webseite und eine App zur Förderung regionaler Agrarprodukte und –betriebe zu programmieren.

Mit Hilfe dieser beiden Instrumente sollen Konsumenten Hofläden, Milchtankstellen, Imker, Bauernmärkte und ähnliches mehr im Main-Taunus-Kreis schnell finden können. Außerdem sollen Verbraucherinformationen und Serviceangebote – wie einen Erntekalender, Lagerungshinweise, Nährwerttabellen und die CO2-Bilanzen regionaler Produkte – enthalten sein. In Kooperation mit dem Gimbacher Hof wird auch ein „Rezept des Monats“ auf der Webseite zu finden sein.

Ziel: Die Landwirte vor Ort unterstützen
„Wir wollen erreichen, dass die Menschen mehr auf Bauernmärkten und in Hofläden einkaufen gehen und die Landwirtschaft direkt vor Ort unterstützen, anstatt importierte Ware und Massenproduktionsware aus Supermärkten zu kaufen“, so Céline Dahm, die zusammen mit ihrem Klassenkameraden Nils Henrichen bei Bürgermeister Christian Seitz das Projekt vorstellte. „So fördern wir gesundes, nachhaltiges Verbraucherverhalten.“

Da die Schülerfirma nur über ein begrenztes Startkapital verfügt und keinen Kredit aufnehmen kann, sind die Schüler zurzeit in den Kommunen unterwegs, um Anteilsscheine im Wert von je 10 Euro an den Mann oder die Frau zu bringen. „Sind 90 Anteilsscheine verkauft, ist unser Startkapital beisammen“, so die Schülerin. „Aber fast alle Anteile sind bereits verkauft, auch an Familie und Freunde. Jetzt sind noch die Besuche bei den Bürgermeistern dran.“

Daher wurde das Projekt bereits gestartet, die Website ist so gut wie fertig und soll Ende Februar online gehen. „Sie sieht super aus“, so die Schüler. In den nächsten Tagen werden E-Mails an die einzelnen Betriebe rausgeschickt. Alle Betriebe werden in jedem Fall auf der Website zu finden sein, wer aber Sonderwünsche hat, zum Beispiel zusätzlich Fotos oder Videos dazustellen möchte, bekommt gegen Zahlung einer Gebühr diese Möglichkeit der Präsentation.

Bürgermeister Seitz ist von der Idee begeistert: „Gerade für Kriftel, als Obstgarten des Vordertaunus, ist das eine tolle Sache! Wir haben einige Hofläden in unserem Gemeindegebiet!“ Er erwarb jetzt nicht nur einen Anteilsschein, sondern sagte den Schülern auch seine Unterstützung zu. „Wenn Hilfe benötigt wird, einfach melden!“

Sollte das Projekt erfolgreich sein, werden die Schüler es auch im kommenden Schuljahr weiterführen, ist Céline Dahm sicher. Etliche weitere Module sind denkbar. Dann muss beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln lediglich ein neues „Junior-Projekt“ angemeldet werden.

Pressestelle der Gemeinde Kriftel