FLÖRSHEIM – Er ist bei den jugendlichen Flörsheimerinnen und Flörsheimern genauso bekannt wie bei den Alten, er ist bestens vernetzt und in Sachen Jugendarbeit eine Institution: Markus Singer, der sich seit genau 20 Jahren mit der Mobilen Beratung Flörsheim um die Probleme, Wünsche und Belange der Jugendlichen in Flörsheim am Main kümmert. Die Mobile Beratung gehört zum Frankfurter Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e.V., der als externer Dienstleister im Auftrag der Stadt diese Aufgabe erledigt.

Eines der ersten Projekte, das Singer seinerzeit anpackte, war die Wiedereröffnung des Jugendtreffs Güterschuppen. Außerdem war der Diplompädagoge draußen unterwegs, um im Rahmen aufsuchender Jugendarbeit Kontakte zu jugendlichen Gruppen zu knüpfen. Bald organisierte die Mobile Beratung auch Rock- und Hip-Hop-Konzerte, Freizeiten und den Mitternachtssport. Darüber hinaus erhielten Suchtkranke oder Suchtgefährdete, Menschen in problematischen Lebenslagen und Heranwachsende mit spezifischen Jugendproblematiken Rat und Hilfe in der Beratungsstelle.

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten hat die Mobile Beratung viele Projektideen entwickelt und verwirklicht. Dazu zählen beispielsweise die Einrichtung eines Jugendinformationsbüros im Güterschuppen, die Konzeptionierung und Durchführung der aufsuchenden Jugendarbeit im Dialog mit Polizei und städtischem Ordnungsamt sowie verschiedene medienpädagogische Projekte.

Die Einrichtung mit ihren Angeboten für Familien, Kinder, Teenager und Jugendliche ist heute ein fester Bestandteil in Flörsheim am Main und im gesamten Stadtgebiet tätig. An den Aufgabenschwerpunkten hat sich in zwanzig Jahren wenig geändert, diese sind Jugend- und Suchtberatung, Prävention und Jugendarbeit – in den Kinder- und Jugendtreffs und auch auf der Straße. Die Arbeit ist vielfältig und passt sich immer wieder aktuellen Entwicklungen an.

Mittlerweile sind zwei hauptamtliche pädagogische Fachkräfte, die zusammen anderthalb Stellen ausfüllen, bei der Mobilen Beratung Flörsheim – kurz Mobflo genannt – tätig. Angelina Schall ist derzeit die zweite Kraft neben Markus Singer. Unterstützt werden sie von bis zu 15 Honorarkräften, die bei der Durchführung der Angebote helfen. Die Mobile Beratung bietet Studentinnen und Studenten der umliegenden Hochschulen schon lange die Möglichkeit, ein studienbegleitendes Praktikum abzuleisten.

Über hundert Menschen haben im vergangenen Jahr von der Jugend- und Suchtberatung Gebrauch gemacht. Die freizeitpädagogischen Angebote für die unterschiedlichen Zielgruppen sind sehr beliebt. Dazu zählen unter anderem kurze Vater-Kind-Zeltlager, mehrtägige Familienfreizeiten – meist in Selbstversorgerhäusern oder auf Campingplätzen – abenteuerliche Tagesfreizeiten, Kanu-, Wander- und Fahrradtouren sowie Gleitschirm- und Kletterkurse. Aktionen, bei denen die Kreativität im Vordergrund steht, organisiert die Mobile Beratung immer wieder aufs Neue. Neuland betritt Mobflo, wie die Mobile Beratung Flörsheim in Kurzform genannt wird, mit dem Babysitter-Kurs, den sie in diesem Jahr erstmals anbietet.

Die Mobile Beratung Flörsheim ist eng in der Stadt vernetzt und wird von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und städtischen Fachämtern unterstützt. „Das Netzwerk trägt, begleitet und motiviert uns. Es macht die Umsetzung der vielen Ideen erst möglich!“, freut sich Markus Singer. Mittlerweile spannt sich das Netz über den gesamten Landkreis, zu benachbarten Jugendhilfeeinrichtungen, zum Medienzentrum des MTK, zum Jugendbildungswerk im Kreis, zu den Jugendinformationszentren in Süddeutschland und gar bundes- und europaweit zum eurodesk-Netzwerk.

Die für die Kinder- und Jugendarbeit zuständige Erste Stadträtin Renate Mohr weiß die Leistungen der Mobilen Beratung sehr zu schätzen: „Markus Singer und seine Kolleginnen und Kollegen von Mobflo leisten beständig eine sehr gute Arbeit, sie sind im gesamten Stadtgebiet bestens integriert und sogar den Seniorinnen und Senioren ein Begriff. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Stellen, insbesondere mit den Sicherheitsbehörden, funktioniert konstruktiv und reibungslos“, lobt Mohr.

„Flörsheim mit all den Menschen, die hier leben und arbeiten, ist mehr als lediglich ein Arbeitsplatz, es ist berufliche Heimat. Starke Beziehungen ließen sich knüpfen, manche Klippe sich gemeinsam umschiffen. Zahllose schöne Momente konnte ich hier erleben“, resümiert Markus Singer zwanzig Jahre Jugendarbeit in Flörsheim am Main.

Magistrat der Stadt Flörsheim am Main