RÜSSELSHEIM – Im Abstand von etwa vier Jahren untersucht die Shell Jugendstudie bundesweit Einstellungen, Werte, Befindlichkeiten und Sozialverhalten der deutschen Jugend. Mehr als 110 Fachkräfte aus den Bereichen Jugendarbeit, Jugendhilfe, Schule, Schulsozialarbeit und Politik haben sich nun im Rahmen einer Fachtagung im Rüsselsheimer Rathaus die zentralen Ergebnisse der 18. Studie vorstellen lassen. Eingeladen hatte dazu die Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main, die die Veranstaltung in Kooperation mit der Kreisjugendförderung Groß-Gerau durchführte.

Rüsselsheims Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser freute sich über das große Interesse an den Themen und vielfältigen Lebensweisen der Jugend. Er betonte den Wert der Studienergebnisse für die Jugendarbeit: „Die Erkenntnisse über politisches Interesse und Engagement, Werte und Orientierungspunkte von Jugendlichen sind entscheidend für die Jugendarbeit und die Bereiche, die sich für die Belange und Interessen von Jugendlichen einsetzen.“

Mit-Autor der 18. Shell Jugendstudie, Diplom-Psychologe Ingo Leven, beschreibt die aktuelle Jugendgeneration der 12- bis 25-Jährigen als eine Generation des „sowohl als auch“. Darin spiegele sich ein Werte-Mix aus traditionellen und neuen Werten wieder, ein „entweder oder“ finde kaum statt. Der Titel „Generation Greta“ sei dabei nichtzutreffend. Die Forschung stelle seit 2015 eine steigende Tendenz beim Umweltbewusstsein fest und nicht erst seit „Fridays for future“. Seit 2015 sei auch ein Anstieg beim politischen Engagement zu verzeichnen, besonders das Thema Flucht beschäftigte die Jugend.

Dagegen sei das ehrenamtliche Engagement leicht zurückgegangen. Gründe dafür lägen in der zunehmenden Zeitkonkurrenz: Bedingt durch Ganztagsschule, G8, Nebenjobs der Studierenden, Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler bliebe weniger Zeit für zivilgesellschaftliches Engagement.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales