RÜSSELSHEIM – Mehr als 300 Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer haben sich am vergangenen Freitagnachmittag vor dem Rüsselsheimer Rathaus zu einer gemeinsamen Mahnwache getroffen. Sie sind damit dem Aufruf von Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode und Oberbürgermeister Udo Bausch gefolgt, die anlässlich der rassistisch motivierten Gewalttat in Hanau zum gemeinsamen Mahnen, Innehalten und Gedenken an die Toten eingeladen hatten.

Grode betonte, dass es wichtig sei, die Opfer nicht zu vergessen. Er bat daher für die „Opfer des Rassismus und einer menschenverachtenden Ideologie“ um eine Schweigeminute. Wichtig sei, sich dem überall entgegenzustellen, wo sich diese Haltung zeige: in der Schule, am Arbeitsplatz oder auch in den sozialen Netzwerken. Oberbürgermeister Bausch sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Er rief dazu auf, ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und extremistische Ideologien zu setzen. „Wir erheben heute unsere Stimme und verkünden gemeinsam laut: Rassismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft.“ Auch Adnan Dayankac, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Rüsselsheim am Main, forderte alle dazu auf, ihre Stimme deutlich zu erheben, damit alle hier weiter in Frieden leben könnten. „Rüsselsheim ist unsere Heimat, Deutschland ist unsere Heimat“, erklärte Dayankac das Gefühl zahlreicher Bürgerinnen und Bürger mit ausländischen Wurzeln. Auch sie seien Teil der Gesellschaft und wollten so auch gesehen werden.

Bereits am Abend des Anschlags sind zeitgleich in 50 deutschen Städten Menschen zu Mahnwachen zusammengekommen, die ein Zeichen der Solidarität nach Hanau sendeten. Viele weitere Städte schlossen sich dem an, insbesondere in Hessen. Oberbürgermeister Bausch dankte den Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimern für ihre Solidarität mit Hanau und erklärte: „Genau diese Solidarität stärkt den Zusammenhalt einer Stadtgesellschaft und hilft so, menschenverachtenden Tendenzen den Boden zu entziehen.“

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales