HOCHHEIM – „Eine Bücherei ist nicht mehr nur Bücher ausleihen. Bücherei ist heute auch Miteinander“, sagt die Leiterin der Bücherei, Sandra Conrad. Die Stadtbücherei sei ein Ort zum Verweilen und Wohlfühlen geworden, ein Ort mit Büchern und Gesprächen, ein bisschen wie ein Wohnzimmer. Konsequent wurde deshalb vieles verändert und umgestaltet. Mit viel Geschmack und gleichzeitig Sinn für das Wesentliche hat die Leiterin am jetzigen Standort in der Kirchstraße noch einmal für die verbleibende Zeit am alten Ort kräftig um- und aufgeräumt, auch wenn in den nächsten zwei Jahren der Umzug in die jetzigen Räume des Bürgerbüros an der Alten Malzfabrik ansteht. Doch nicht nur die Räume haben sich verändert, das Team wurde gezielt verstärkt und somit werden ab März 2020 die Öffnungszeiten deutlich erweitert.

Was hat sich getan? Neue Farben geben jedem der vier Räume der Bücherei ein eigenes Ambiente. Romane und Krimis sind in einen anderen Raum umgezogen. Eine zarte Farbgestaltung und eine neue Leseecke mit einem bequemen großen Sessel empfangen hier die Leser.

Ein Raum der Bücherei wurde eigens mit Literatur und Hörbüchern speziell für Jugendliche eingerichtet. Ein Arbeitstisch wartet darauf, dass daran Hausaufgaben gemacht oder Referate vorbereitet werden. Moderne Hocker und Sessel laden zum Schmökern oder Chillen ein.

Türkis und Grau warten im Kinderraum auf Mama, Papa und den Nachwuchs. Klar unterteilt nach Altersklassen, können hier die Kinder nach Herzenslust stöbern; selbst die Allerkleinsten, denn die flachen Bilderbuchtröge sind für sie gut erreichbar. Ganz neu in der Bücherei: Die Tonies sind los! Die beliebten Kinderbuchfiguren sind für verschieden Altersgruppen erhältlich und erzählen in Kombination mit einem Abspielgerät die jeweilige Geschichte. Eine solche Box steht auch in der Bücherei zur Verfügung, mit der die Tonies vor Ort auch gleich ausprobiert werden können. Möglich wurde die Anschaffung durch eine Spende der Taunus-Sparkasse auf Vermittlung von Jutta Mohr, die sich seit Jahren für das Weihnachtssternprojekt der Taunus-Sparkasse engagiert und auch direkt die Einführung der beliebten Tonies in der Stadtbüchrei durch die private Spende einer TonieBox und einiger Figuren unterstützt hat.

Sachbuchraum nannte man früher den Bereich, der heute in der Stadtbücherei als „Familienbibliothek“ bezeichnet wird. Dort befinden sich Medien zu allem, was man im Alltag braucht. Vom Kochbuch bis zur Livestyle-Literatur und diversen Ratgebern. Ein eigener, großer Bereich mit Hörbüchern für Erwachsene vervollständigt das Konzept dieses Raums.

Natürlich wird die neue Bücherei an der Alten Malzfabrik noch moderner gestaltet werden. Auch das Konzept wird noch deutlich über das hinausgehen, was die derzeitigen Räume in der Kirchstraße aufgrund der Größe hergeben. Büchereien haben sich aber in den vergangenen Jahren rasant verändert. Dem will das Büchereiteam auch in Hochheim Rechnung tragen und hat deshalb schon ein paar Punkte aus dem künftigen Konzept am derzeitigen Standort umgesetzt. Zum Beispiel die größeren Aufenthaltsbereiche, der Jugendraum und die Neuordnung der Altersgruppen im Kinderbereich. Natürlich bleibe Bewährtes, wie die Vorlesestunden mit Kindergartenkindern, Lese- und Bastelnachmittage oder besondere Leseaktionen, erhalten.

Aber nicht nur optisch hat sich die Bücherei entwickelt. Auch das Team der Stadtbücherei ist gewachsen und einige neue Gesichter sind hinzugekommen. Angelika Eichinger war in der Universitätsbibliothek Frankfurt tätig, verantwortlich dort für den zentralen Informationsschalter. Sabine Mann ist seit vielen Jahren schon ehrenamtlich engagiert in der Bibliothek der Grundschule Nordenstadt. Malin Thorn, Jüngste im Team und angehende Studentin, war schon immer begeistert vom Thema Buch und engagiert im Buchclub der Hochheimer Buchhandlung Eulenspiegel.

Durch das vergrößerte Team der Stadtbücherei ist es nun möglich die Öffnungszeiten der Bücherei in der Kirchstraße kundenfreundlich zu erweitern. Ab 1. März 2020 hat die Stadtbücherei montags und mittwochs jeweils von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, donnerstags durchgehend von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und jeden Samstag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Dies sind insgesamt acht Stunden pro Woche mehr als bisher. Dies soll besonders allen Berufstätigen mehr Möglichkeiten zu einem Büchereibesuch geben und sich auch besser in den veränderten Familienalltag einpassen.

Kerstin Koschnitzki