HOFHEIM – Der Main-Taunus-Kreis und seine Kommunen ziehen angesichts der Corona-Krise für den Monat April vorerst keine Gebühren und Essensgelder für die Kinderbetreuung ein. Wie Landrat Michael Cyriax weiter mitteilt, hätten sich die Kommunen mit dem Kreis gemeinsam darauf verständigt. Die sei eine „Soforthilfe für die in der Krise besonders belasteten Familien“, so Cyriax. Die Kommunen haben die freien Träger von Einrichtungen aufgerufen, es ihnen gleich zu tun.

In ihrer Vereinbarung stellen die Kommunen allerdings klar, dass die Gebühren in ihren Betreuungseinrichtungen damit noch nicht formalrechtlich erlassen sind. Das müsste im Nachhinein durch Beschlüsse der lokalen politischen Gremien bestätigt werden. Vor solchen Beschlüssen aber wollten die Städte und Gemeinden eine eventuelle landeseinheitliche Regelung abwarten.

Cyriax würdigte die „gute Abstimmung und Kooperationsbereitschaft“ der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister: „In dieser Zeit der Herausforderung leisten wir auf allen Ebenen einen Beitrag, um unsere Bürger in dieser schwierigen Lage zu unterstützen.“

Die Kindertagesstätten werden von den Kommunen und von freien Trägern betrieben. Die Schulkindbetreuung wird an einigen Standorten von der Kommune, an anderen Standorten vom Kreis organisiert. Seit Mitte März dürfen nur noch solche Kinder die Kindertagesstätten und die Schulen betreten, deren Eltern in Gesundheitsberufen oder anderen sicherheitsrelevanten Bereichen arbeiten und die deshalb nicht daheim bleiben sollten.

Da die Bürger „derzeit erhebliche Sorgen haben ihr Leben zu organisieren und vielleicht sogar Einkommenseinbußen verkraften müssen“, sei ein Stopp bei den Gebühren und Essensgeldern Schritt geboten, schreiben die Kommunen in einem gemeinsamen Beschluss. Bis zu einer landesweiten Regelung werde es noch dauern, daher seien die Sofortmaßnahmen im Main-Taunus-Kreis schon jetzt beschlossen worden.

Dr. Johannes Latsch