RÜSSELSHEIM – Mit einem Hilfenetzwerk unterstützt die Stadt Rüsselsheim am Main in diesen schwierigen Zeiten ältere oder behinderte Menschen, die Hilfe zur Bewältigung ihres Alltags benötigen, beispielsweise für Einkäufe oder Müllentsorgung. Dass sich schon mehr als 30 freiwillige Helferinnen und Helfer aus allen Stadtteilen bei der Stadt gemeldet haben, wertet Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser als Zeichen der Solidarität in der Stadtgesellschaft. „Die Menschen, die sich bei uns melden, wollen in der aktuellen Krisensituation ihren Beitrag leisten und helfen. Unter ihnen sind Studierende, Beschäftigte von Opel und anderen Firmen, Menschen im Vorruhestand und Netzwerkpartnerinnen und -partner der Stadt. Das zeigt, dass die Menschen in Rüsselsheim zusammenstehen. Und ich danke allen sehr, sehr herzlich für dieses großartige Engagement“, sagt Grieser. Weitere Hilfsangebote kommen auch von Organisationen.

Koordination über Beratungsstelle für ältere und behinderte Menschen
Wer beim Hilfenetzwerk mitmachen möchte, kann sich telefonisch oder per E-Mail bei der Beratungsstelle für ältere und behinderte Menschen im Haus der Senioren melden. Dort werden die Angebote koordiniert und die Hilfesuchenden mit den Helferinnen und Helfern zusammengebracht. Wenn jemand seine Hilfe anbietet, wird ein Kontaktbogen zugeschickt, der ausgefüllt werden muss. Nach der Rücksendung werden dann die weiteren Details besprochen. Alle Helfenden werden von der Beratungsstelle betreut und mit Informationen zum Verfahren versorgt. Auf Grund der hohen Zahl an Freiwilligen können aktuell „Paare“ zusammengebracht werden. Das minimiert die Kontaktzahlen und schafft auch Vertrauen. Außerdem wirkt es der Gefahr entgegen, dass Menschen mit betrügerischen Absichten auf diesem Weg auf die Hilfesuchenden zugehen. Die Hilfeleistung besteht vorrangig in Einkaufsdiensten und Müllentsorgung.

Kontaktlose Durchführung
Die Durchführung der Hilfe erfolgt kontaktlos. Das Hilfenetzwerk stellt den telefonischen Kontakt zwischen Helfenden und Suchenden her. Zu einem verabredeten Zeitpunkt stellen die Hilfesuchenden dann einen Korb mit Einkaufszettel vor die Tür. Die Helferinnen und Helfer holen den Korb, erledigen den Einkauf und legen zusätzlich eine Box mit dem Kassenbeleg in den Korb. Dann stellen sie den Korb wieder vor die Tür und gehen auf Abstand. Die Hilfesuchenden nehmen dann den Einkauf entgegen, legen den Betrag in die Box und legen sie wieder vor die Tür, wo die Helferinnen und Helfer sie abholen. Ist der „Job“ erledigt, geben die Helferinnen und Helfer eine Rückmeldung an das Hilfenetzwerk.

Hilfe für Bedürftige
Aufgrund der Schließung der Rüsselsheimer Tafel ist für ältere Menschen mit geringem Einkommen, die Möglichkeit weggefallen, günstig Lebensmittel zu besorgen. Aus der Nachfrage älterer Menschen konnte hier eine weitere Unterstützung durch das Hilfenetzwerk generiert werden. Der Verein Foodsharing Groß- Gerau e.V. wird einmal wöchentlich zur Verfügung stehende Lebensmittel bereitstellen, die an Menschen mit Grundsicherung abgegeben werden können. Das Studio-Medifit wird im Rahmen der Kooperation mit dem Hilfenetzwerk der Stadt Rüsselsheim die Auslieferung übernehmen.

Die Bereitschaft der Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer, sich in der aktuellen Situation zu engagieren, ist sehr groß. Auch an anderen Stellen entstehen derzeit weitere Hilfenetzwerke. Das städtische Hilfenetzwerk würde eine Kooperation begrüßen, um einen Überblick über die unterschiedlichen Angebote zu gewinnen und so den hilfesuchenden Menschen eine adäquate und transparente Hilfe anbieten zu können.

Helfende sind unfallversichert
Die Stadt Rüsselsheim weist auch darauf hin, dass die Helferinnen und Helfer im Rahmen ihrer Hilfe-Tätigkeit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen. Der Versicherungsschutz gilt unabhängig davon, ob die Unterstützungsangebote von der Kommune organisiert oder aus privatem Engagement durchgeführt werden. Sofern vorrangig kein Versicherungsschutz über die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft besteht, greift die Satzung der Unfallkasse Hessen, die freiwillige Engagierte und andere ehramtlich Tätige unter Versicherungsschutz stellt. Die Unfallkasse Hessen ist der zuständige Unfallversicherungsträger für alle Unterstützungsangebote, die in hessischen Kommunen durchgeführt werden. Der Versicherungsschutz ist für die Kommunen und die betroffenen Menschen beitragsfrei.

Kontakt zum Hilfenetzwerk
Das Hilfenetzwerk der Stadtverwaltung ist unter der Telefonnummer 06142 83-2288 und über E-Mail an hilfenetzwerk@ruesselsheim.de erreichbar. Die Hotline ist während der derzeitigen städtischen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag: 8 Uhr bis 12 Uhr, Donnerstag zusätzlich: 15 Uhr bis 18 Uhr) besetzt. Außerhalb dieser Zeiten besteht die Möglichkeit, eine Nachricht zu hinterlassen. Darüber hinaus steht die städtische Beratungsstelle den älteren Bürgerinnen und Bürgern und ihren Angehörigen auch weiterhin für Fragen telefonisch zur Verfügung.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales