HOFHEIM – Seit dem 16. März 2020 hat die Musikschule Hofheim für ihre 2.000 Schülerinnen und Schüler ihre Pforten geschlossen, um zu verhindern, dass sich das Corona-Virus noch stärker ausbreitet. Einmal mehr beweisen die Musiklehrerinnen und Musiklehrer nun ihre Kreativität und ihr Talent zur Improvisation. Sie unterrichten ihre Schülerinnen und Schüler an einigen Instrumenten via Internet. Über Videokonferenzen und Messengerdienste versuchen die Lehrerinnen und Lehrer mit viel Vor- und Nachspielen und ausführlichen Erklärungen so viel wie in einer „echten“ Musikstunde zu vermitteln. Auf speziellen Plattformen lassen sich Audiodateien austauschen, so dass die Fortschritte nachvollziehbar sind. Manche Lehrerinnen und Lehrer spielen für ihre Schülerinnen und Schüler sogar Begleitstimmen ein, so dass es eine Art Zusammenspiel gibt.

„Diese interaktiven Musikstunden sind ein schönes Beispiel dafür, dass Musik die Menschen verbindet und die Bürgerinnen und Bürger in Hofheim zusammen halten“, lobt Bürgermeister Christian Vogt dieses neue Angebot der Musikschule. „Das Musizieren bringt Freude in den Alltag der Schülerinnen und Schüler, die derzeit auf Vieles verzichten müssen. Und die freiberuflichen Lehrerinnen und Lehrer können durch den Online-Unterricht die Einbußen bei ihrem Honorar zumindest etwas abfedern. Musik bereichert unser Leben. Ich freue mich, dass wir in dieser schwierigen Zeit, neue Wege finden, damit sich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, musikalisch weiter entwickeln können und weiterhin Freude an Musik haben“, so Vogt weiter.

Damit die Kinder und Jugendlichen ihren Unterricht fortsetzen können und keine allzu großen Lücken beim Lernen entstehen, mussten die Musiklehrerinnen und -lehrer von einem Tag auf den anderen einigen Aufwand betreiben und technisch zum Teil Neuland betreten. Mehrere Kinder auf digitalem Weg live gleichzeitig zu unterrichten ist schwierig und für größere Gruppen ist es nicht mehr umsetzbar. Die Interaktivität stößt hier an Grenzen. „Für den Instrumental­unterricht mit ein bis zwei Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben wir eine gute Lösung gefunden“, findet Sven Müller-Laupert, Leiter der Musikschule Hofheim. „Es ist zwar nicht wie im direkten Unterricht in der Musikschule, doch die Lehrerinnen und Lehrer sind positiv überrascht, was sich alles umsetzen lässt. Die Kinder sind neugierig und motiviert und manch einer bereitet sich sogar besser als sonst vor. Mein Dank gilt nicht nur den Lehrkräften für ihren Einsatz, sondern auch den Kindern und ihren Eltern, die dies organisatorisch und technisch möglich machen“, betont Müller-Laupert. Um die 50 Lehrkräfte der Schule zu unterstützen, hat er eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mehr dazu unter: www.die-musikschule-hofheim.de

Vielleicht steht Beethovens „Ode an die Freude“ ja auch auf dem Programm und die jungen Musiker und Musikerinnen in Hofheim können einstimmen, wenn sonntagabends „Freude schöner Götterfunken“ von Fenstern und Balkonen erklingt.

Magistrat der Kreisstadt Hofheim am Taunus