HOFHEIM – „Zuhause bleiben“ sollen alle Menschen, soweit dies möglich ist, um sich und andere vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Daheim bleiben: Das können aber Viele nicht, Ärzte oder Pflegepersonal müssen zur Arbeit, Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehren müssen zum Einsatzort, wenn es brennt oder ein Unfall passiert ist.

Wie Feuerwehr auch in Zeiten der Corona-Pandemie funktioniert, berichtet der Leiter der Hofheimer Feuerwehren, Stadtbrandinspektor Dr. Andreas Schrell.

Die Stadt Hofheim unterhält sieben Feuerwehren, eine in jedem Stadtteil. Insgesamt versehen 350 Frauen und Männer ehrenamtlich ihren Dienst und rücken aus, wenn sie in ihrem Stadtteil oder anderswo im Stadtgebiet gebraucht werden. Für die Feuerwehrleute als Privatpersonen gelten dieselben Verordnungen der Landesregierung – etwa das Kontaktverbot – wie für alle Menschen in Hessen.

Die Corona-Pandemie bedeutet für die sieben Ortsteilfeuerwehren in Hofheim, dass seit der zweiten Märzwoche keine Übungen, Arbeitsdienste oder sonstige Dienstveranstaltungen stattfinden. Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehren müssen leider zu Hause bleiben.

„Wir unterliegen ebenso dem Infektionsrisiko durch Corona wie alle anderen und haben keine gesonderten Schutzmaßnahmen, außer uns durch Fernbleiben von Menschenansammlungen zu schützen“, so Dr. Schrell.

Aber was ist, wenn die Feuerwehr gebraucht wird – wenn es brennt oder sich ein schwerer Unfall ereignet hat oder eine Wohnungstür geöffnet werden muss, weil sich dahinter eine hilflose Person befindet? Dann werden die Frauen und Männer über einen Digitalmelder, den jeder bei sich hat, alarmiert und fahren in ihr Feuerwehrhaus. Dort ziehen sich die Kameradinnen und Kameraden blitzschnell um und fahren gemeinsam zum Einsatzort.

Dürfen sie das? Ja, das dürfen sie, denn die Feuerwehren gehören zu den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Sie haben die Pflicht sich in die Unterkunft zu begeben und dann dem Hilfesuchenden umgehend zu helfen. Das Land Hessen gibt hier sogar Hilfsfristen vor: Es sind 10 Minuten nach dem Absetzen des Notrufes. Vor Ort entscheiden dann die jeweiligen Einsatzleiter, welche Maßnahmen von der Feuerwehr ergriffen werden.

Beim Umziehen, im Fahrzeug und am Einsatzort kann nicht immer auf den Mindestabstand von 1,50 Metern geachtet werden beziehungsweise kann dieser gar nicht eingehalten werden.

Daher hat Stadtbrandinspektor Dr. Schrell besondere Maßnahmen angewiesen, die von den Einsatzkräften je nach Einsatzfall angewendet werden.

„Alle Wehrleute wurden angewiesen, bei Einsätzen einen Mundschutz zu tragen. Sollte es der Einsatzfall ergeben, können wir uns durch Anlegen der erweiterten Schutzausrüstung aus den Fahrzeugen schützen“, so Dr. Schrell. Aber grundsätzlich gilt auch hier, die eigene Hygiene zu beachten. „Schon an der Einsatzstelle müssen die Wehrleute ihre Hände waschen und im Feuerwehrhaus wiederholen sie diese wichtige Schutzfunktion. Löschfahrzeuge rücken mit kleinerer Besatzung aus, um im Fahrzeug nicht zu eng zu sitzen, an der Einsatzstelle wird abgesessen und nicht direkt zusammengestanden, nach dem Einsatz rücken die Fahrzeuge so wieder in die Hallen ein, dass es auch hier nicht zu Kleingruppenbildung kommen kann.

Wir haben von unserer Seite aus sehr viel zusätzlich investiert, um die Corona-Krise zu meistern und unseren Bürgerinnen und Bürgern zu helfen“, erklärt der Stadtbrandinspektor und ruft die Hofheimerinnen und Hofheimer auf: „Jetzt helfen Sie bitte auch uns, und unterstützen Sie die Hilfsorganisationen: Bleiben Sie zu Hause. Die Hofheimer Feuerwehren sind rund um die Uhr für Sie da.“

Dass seit Wochen deutlich weniger Menschen unterwegs sind, macht sich auch an den Einsatzzahlen bemerkbar, die merklich zurückgegangen sind. Wenigstens eine positive Nachricht in diesen schweren Zeiten.

Magistrat der Kreisstadt Hofheim am Taunus