HOFHEIM –  Die Bürgerstiftung Hofheim rettet den Stadtwald – und dafür zählt sie auch auf die Unterstützung aus der Bürgerschaft. Die Stiftung will in den kommenden fünf Jahren die Pflanzung von mindestens 10.000 Bäumen im Hofheimer Stadtwald finanzieren.  Alle Hofheimerinnen und Hofheimer sowie Freunde des Hofheimer Stadtwalds sind aufgerufen, die Stiftung dabei zu unterstützen. Das geht zum einen mit einer Spende, zum anderen mit einer Beteiligung an der Baumpflanzaktion. Als Termine hat die Bürgerstiftung nun drei Samstage im Herbst 2020 bestimmt. Am 10. und 24. Oktober sowie am 14. November können sich Bürgerinnen und Bürger jeweils von 10 bis 16 Uhr an der Aktion beteiligen. Hinzu kommen gesonderte Pflanztermine mit Firmen wir der Hofheimer Wohnungsbau GmbH und Omnibusse Kolb. Die Anmeldung im Spätsommer möglich sein und nochmals separat beworben werden.

„Seitens der Bürgerstiftung unterstützen wir die Aktion durch die Einrichtung einer Versorgungsstation an der Pflanzfläche, eine Baumpflanzuhr im Rathaus sowie einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit mit Flyer, Plakaten und einer Pressekonferenz“, sagt Bürgermeister und Vorsitzende des Stiftungsvorstands Christian Vogt. Er fügt hinzu: „Unser Stadtwald hat für Hofheim einen großen Wert. Er ist Rückzugsraum für Tiere und Freizeitort für vielen Menschen. Damit das so bleibt, möchten wir als Bürgerstiftung nicht nur ein Zeichen setzen, sondern die Ärmel hochkrempeln und mit anpacken.“ Dr. Winfried Rothweiler, Vorsitzender des Stiftungsrats: „Wer öfters in unseren Wäldern spazieren geht, der hat es längst bemerkt: Auch die Hofheimer Stadtwälder bekommen die Auswirkungen des Klimawandels heftig zu spüren. Wir hoffen auf die Hilfe von möglichst vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, um diesen Auswirkungen entgegenzutreten.“

Die vorgesehene Fläche befindet sich in der Abteilung 201 des Stadtwalds in Langenhain am Eselsweg und beläuft sich auf insgesamt zwei Hektar Kahlfläche, auf der rund 15.000 Bäume gepflanzt werden können. Bevor die Fläche im Sommer und Herbst 2019 vollständig geräumt werden musste, da die Bäume in Folge der Trockenheit und des Borkenkäferbefalls vollständig abgestorben waren, war die Fläche mit Fichte bestockt gewesen. An den Pflanztagen sollen jeweils 150 Personen aufgeteilt in drei Gruppen à 50 Personen die Möglichkeit haben, zwei Stunden lang Bäume zu pflanzen. Die Gruppen wechseln also in der Zeit von 10 bis 16 Uhr alle zwei Stunden.

Die Bürgerstiftung will mit Hilfe der Hofheimerinnen und Hofheimer etwa 50 Zentimeter große Eichen, Linden und Hainbuchen pflanzen. Zusätzlich sollen entlang der Wege kleinere Bäume, wie Ebereschen, Kirschen und Aspen und ein Strauchsaum aus Schneeball, Holunder und Hasel gesetzt werden. Insgesamt soll ein vielfältiger Mischwald entstehen, der bereits in der Jugendphase Insekten, Säugetiere und Vögeln dient und zudem später fortwirtschaftlich genutzt werden kann. Pro Baumpflanzung mit Verbiss-Schutz belaufen sich die Kosten auf etwa fünf Euro. Auf Wunsch wird man die gepflanzten Bäume mit einem eigenen Namensschild kenntlich machen können.

Wer nicht selbst Hand anlegen will oder kann, hat eine andere Möglichkeit: Wer möchte, kann eine Geldspende auf das Konto der Bürgerstiftung Hofheim unter IBAN: DE70 5125 0000 0001 0008 88 überweisen. Hierzu bitte als Verwendungszweck „Aufforstung Hofheimer Stadtwald“ angeben. Auf www.buergerstiftung-hofheim.de können sich Interessierte zudem für den Newsletter anmelden.

Zum Hintergrund: Bestimmte Baumarten können längeren Hitze- und Trockenperioden nicht mehr standhalten. So steigt bei höheren Temperaturen der Wasserbedarf eines Baumes. Dabei erhöht sich die Spannung in den Leitbahnen des Baumes kontinuierlich und schließlich können sich Luftblasen bilden, die den Wasserfluss blockieren. Damit bricht die Wasser- und Nährstoffversorgung des Baumes zusammen. Die betroffenen Bäume können sich nicht mehr erholen, werden krank und sterben ab.

Zudem begünstigen Trockenheit und höhere Temperaturen die Vermehrung von Waldschädlingen, wie dem Borkenkäfer. Dieser befällt hauptsächlich Fichten. Die betroffenen Waldabschnitte müssen komplett abgeerntet werden. Allein im Hofheimer Stadtwald mussten in den vergangenen beiden Jahren bereits über 30.000 Bäume gefällt werden. Diese müssen jetzt mit standortgerechten, widerstandsfähigeren Baumarten ersetzt werden. Wald bindet Wasser sowie Kohlenstoff und produziert Sauerstoff. Damit ist die Wiederaufforstung auf lokaler Ebene ein wichtiger Beitrag gegen die zunehmende Erderwärmung.

Magistrat der Kreisstadt Hofheim am Taunus