RÜSSELSHEIM – Die Stadt Rüsselsheim am Main weist darauf hin, dass aktuell die Waldbrandgefahr in den Wäldern rund um die Stadt sehr hoch ist. Seit vier Wochen hat es nicht mehr geregnet. Das Hessische Umweltministerium hat daher für das Land Hessen erstmals in diesem Jahr die Alarmstufe A ausgerufen. Für die nächsten Tage ist nach aktuellen Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auch keine Besserung in Sicht. Der DWD hat daher das Rhein-Main-Gebiet mit Waldbrandgefahrenindex 4, der zweithöchsten Stufe, eingestuft.

„Gerade jetzt suchen aufgrund der Kontaktbeschränkungen viele Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer Erholung außerhalb der Stadt und bei Spaziergängen im Wald. Das ist auch wichtig und gesund. Aber rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine brennbaren Gegenstände weg. Rufen Sie unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112), wenn sie Qualm im Wald sehen“, appelliert Stadtrat Nils Kraft an die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger.

Es darf weiterhin kein offenes Feuer entzündet werden. Auch sollten Waldspaziergängerinnen und -spaziergänger darauf achten, keine Glasflaschen oder Scherben im Wald liegen zu lassen. Das Glas wirkt wie eine Brennlupe, so dass die Sonnenstrahlen genügen können, trockenes Holz oder Gras von alleine zu entzünden.

Um für einen Waldbrand gewappnet zu sein, trifft die Stadt Rüsselsheim am Main bereits erste Vorkehrungen. Die Forstgemeinschaft Rhein-Main überwacht bereits verstärkt die Waldflächen im Stadtgebiet Rüsselsheim. Aber auch die städtische Feuerwehr steht parat und hat eigens ein Fahrzeug umgerüstet, dass eine spezielle Beladung zur Waldbrandbekämpfung mit sich führt. Dazu zählen besonders Löschrucksäcke, beweglichere Schläuche, Waldbrandpatschen, Harken, spezielle Strahlrohre und Motorkettensägen. Des Weiteren stehen insgesamt 15.000 Liter Wasser auf den Einsatzfahrzeugen der Rüsselsheimer Feuerwehr bereit, die innerhalb weniger Minuten an eine Einsatzstelle im Rüsselsheimer Wald gefahren werden können. Bei einem Großeinsatz können weitere Löschfahrzeuge aus den Nachbarwehren jederzeit angefordert werden. Sogar ein mit einem Löschbehälter ausgestatteter Hubschrauber der Flugstaffel der Polizei Hessen steht auf Abruf bereit.

Die Stadt Rüsselsheim am Main besitzt rund 800 Hektar eigenen Wald. In der Gemarkung Rüsselsheim liegen aber auch Waldflächen des Landes Hessen, der Gemeinde Bischofsheim und der Stadt Flörsheim, sodass Rüsselsheim von rund 2.500 Hektar Wald umgeben ist, für die die Rüsselsheimer Feuerwehr zuständig ist.

Nach dem die vergangenen Jahre bereits sehr heiß und trocken war, zeichnet sich dieses Jahr schon früh der Beginn einer Trockenperiode ab. Im April sind im Rhein-Main-Gebiet nur 1,6 Liter Regen gefallen. Das entspricht gerade einmal 3,6 Prozent des Mittels aus den Jahren 1961 bis 1990. Zusätzlich bläst aktuell ein sehr trockener und starker Ostwind, der die Böden weiter stark ausgetrocknet. Begünstigt wird das durch sehr sandige Böden, die im Landkreis Groß-Gerau vorherrschen und nur wenig Wasser speichern. Der gute Niederschlag in den Monaten Januar und Februar ist bereits aufgebraucht. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt derzeit, dass sowohl der Oberboden (bis 25 Zentimeter Tiefe) als auch die Erde in 1,8 Meter Tiefe in vielen Teilen Hessens ungewöhnlich trocken ist.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales