KRIFTEL – Zurzeit fragen sich viele Bürger, warum in Kriftel in den letzten Tagen so oft Sirenen zu hören waren. Viele verschiedene Einsätze, zu denen die Krifteler Wehr gerufen wird, sind der Grund. So ist die Einsatzabteilung in den letzten eineinhalb Wochen fast täglich ausgerückt. „Ich danke der Wehr und den Kameraden herzlich für ihren Einsatz – gerade auch in dieser für die Feuerwehr schwierigen Zeit“, betont der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, der ständig mit den Kollegen der Wehr in Kontakt steht.

Foto: Gemeinde Kriftel

Am Freitag, den 15. Mai, wurde die Feuerwehr Kriftel um 10.28 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf die L 3011 Richtung Hattersheim gerufen. „Gemeldet wurde eine eingeklemmte Person, was sich vor Ort glücklicherweise nicht bestätigte“, berichtet Gemeindebrandinspektor Patrick Kilian. Gemeinsam mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim wurde die Einsatzstelle gesichert, die verletze Person befreit und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Es kam allerdings zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. „In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal an die Vernunft anderer Verkehrsteilnehmer appellieren. Wenn Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht auf der Fahrbahn stehen, die Fahrbahn mit Leitkegeln gesichert ist und trotz Weisung der Polizeibeamten immer noch Verkehrsteilnehmer versuchen, zwischen der Absperrung irgendwie einen Weg durch die Einsatzstelle zu finden, kann man nur noch den Kopf schütteln“, postete die Freiwillige Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite. „Das Sichern einer Einsatzstelle geschieht nicht aus Willkür. Wir möchten verletzten Personen helfen und weitere Gefahren abwenden. Hinzu kommt, dass alle Einsatzkräfte auch gerne wieder gesund nach Hause kommen wollen.“

Am selben Tag wurde die Krifteler Wehr um 19.26 Uhr zu einem Unfall mit Säuren/Laugen in die Kapellenstraße alarmiert. Eine Anwohnerin hatte beim Reinigen eines Abflusses zwei unterschiedliche Rohrreiniger zusammen geschüttet. Dies hatte eine heftige chemische Reaktion mit Rauchbildung zur Folge. Die Wohnung wurde unter Atemschutz kontrolliert und belüftet. Abschließend wurde die Wohnung mit entsprechender Messtechnik und Unterstützung der Gefahrstoff-Messgruppe aus Eschborn kontrolliert. „Die Bewohner der Wohnung wurden zur Kontrolle der Atemwege ins Krankenhaus gebracht“, heißt es im Einsatzbericht.

 

Foto: Gemeinde Kriftel

Mülleimer, Fahrzeug und Misthaufen brennen
Am Samstag, den 16. Mai, wurde die Feuerwehr Kriftel zu einem „Mülleimerbrand“ auf den Spielplatz in die Kapellenstraße gerufen. Dort brannte ein auf dem Fußweg liegendes Bündel Zeitungen. Es wurde mit einem Kleinlöschgerät abgelöscht. Am Dienstag, den 19. Mai, wurde die Wehr um 1.01 Uhr nachts alarmiert. „Beim Eintreffen im Hornauer Weg befand sich ein unmittelbar in der Nähe eines Wohnhauses abgestellter PKW bereits im Vollbrand“, so Patrick Kilian. „Infolge parkender Fahrzeuge sowie in die Fahrbahn ragender Heckenbewuchs musste die Wasserversorgung von der Münsterer Straße sowie der Königsberger Straße über eine längere Strecke hergestellt werden, was den Beginn der Löscharbeiten verzögerte.“ Neben zwei Löschfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Kriftel wurde ein weiteres Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim zur Unterstützung alarmiert. Ebenfalls vor Ort waren die Drehleiter der Freiwillige Feuerwehr Hofheim sowie diverse Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes. Einsatzende für etwa 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr: 3.30 Uhr.

 

Am Donnerstag, den 21. Mai, zog die Freiwillige Feuerwehr Kriftel in der Feldgemarkung zwischen der Katharina-Kemmler-Straße und dem Umspannwerk mit Unterstützung eines Krifteler Obstbauern und dessen Traktor einen brennenden Misthaufen auseinander und löschte ihn ab. Am Freitag, den 22. Mai, wurde die Wehr um 21.20 Uhr erneut in die Feldgemarkung im Bereich des Umspannwerks gerufen. Es war bereits aus der Ferne eine massive Brand- und Rauchentwicklung zu sehen. „In einem Schrebergarten stand eine Gartenlaube und umstehende Bäume in Flammen. Da es sich bei der Örtlichkeit bereits um die Gemarkung Frankfurt handelte, wurde ebenfalls eine Meldung an die Kollegen in Frankfurt weitergeleitet“, berichtet Kriftels Gemeindebrandinspektor Patrick Kilian. Von dort rückte die Freiwillige Feuerwehr Zeilsheim sowie ein Großtanklöschfahrzeug und ein weiteres Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main an.

 

Küchenbrett auf der Herdplatte
Am Samstag, den 23. Mai, wurde die Freiwillige Feuerwehr Kriftel und die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim um 2:59 Uhr mit dem Stichwort „Feuer im Gebäude, Menschen in Gefahr“ in die Schillerstraße gerufen. „Nach Rückmeldung durch den ersteintreffenden Rettungsdienst befanden sich beim Eintreffen der Feuerwehr glücklicherweise keine Personen mehr im Gebäude. Bei der ersten Erkundung konnte eine massive Rauchentwicklung in einer Wohnung im Erdgeschoss festgestellt werden. Die Ursache konnte in der Küche lokalisiert werden. Hier lag ein Küchenbrett sowie Lebensmittel auf einer eingeschalteten Herdplatte. Das Gebäude wurde vollständig abgesucht und belüftet. Einsatzende war gegen 4.30 Uhr“, heißt es im Einsatzbericht.

Am Montag, den 25. Mai, ging um 21.19 Uhr die Alarmierung „Brand im Gebäude in der Sittigstraße“ ein. Beim Eintreffen der Wehr hatte der Wohnungseigentümer die Flammen bereits mit Decken gelöscht. Ursache war eine Unachtsamkeit beim Befüllen eines Deko-Ofens mit Bio-Ethanol. Kilian: „Durch das schnelle Handeln des Eigentümers konnte eine weitere Brandausbreitung auf das Mobiliar verhindert werden.“

 

Und wieder eine Tierrettung
Am Dienstag, den 26. Mai, öffneten die Krifteler Wehrleute in der Frankfurter Straße eine Haustür, in der von innen der Schlüssel im Schloss steckte. Der in der Wohnung befindliche Patient wurde rettungsdienstlich versorgt. „In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Schließzylinder mit einer sogenannten Not- und Gefahrenfunktion von beiden Seiten geschlossen werden können, auch wenn ein Schlüssel in von Innen steckt“, informiert Patrick Kilian.

Am selben Tag wurde die Freiwillige Feuerwehr Kriftel außerdem noch zu einem Brand im Bereich des Kleintierzuchtvereins in die Beyerbachstraße gerufen: Vermutlich durch eine unachtsam weggeworfene Zigarette geriet der Grünstreifen (Pollenbesatz) am Hattersheimer Weg in Brand. Kilian: „Durch das Eingreifen eines Mitgliedes des Kleintierzuchtvereins mit einem Gartenschlauch konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden.“ Im Anschluss wurde im Brunnenweg (Freizeitpark) noch ein junger Eichelhäher „gerettet“: Er war aus dem Nest gefallen und wurde in einer Tierrettungsbox an das Ordnungsamt übergeben.

Tina Schehler