KRIFTEL – Am Sonntag wurde die Freiwillige Feuerwehr Kriftel zum Berliner Platz alarmiert. Eine Wohnung war verraucht, ein Topf mit Fett war in Flammen aufgegangen. „Leider wurde die Anfahrt der Feuerwehr – wie das in Kriftel in letzter Zeit schon wiederholt der Fall war – durch parkende Fahrzeuge erschwert. Diesmal standen Fahrzeuge sowohl in der Zufahrt zur Friedrich Straße wie auch in der Zufahrt zum Berliner Platz“, beschreibt Gemeindebrandinspektor Patrick Kilian die schwierige Lage vor Ort. „Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Auch Sie könnten einmal schnell Hilfe benötigen!“

Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, auch zuständig für Brand- und Katastrophenschutz in der Gemeinde, schließt sich dem Appell an. „Grundsätzlich beobachten wir, dass es in Kriftel immer mehr und immer größere Autos gibt. Diese werden dann in engen Straßen abgestellt, häufig sind die Menschen zu bequem, ein paar Meter zu laufen. Auch Stellplätze auf Grundstücken oder Garagen werden oft nicht genutzt“, hat er beobachtet. Die Situation habe sich durch die Corona-Krise verschärft, da viele Bürger im Homeoffice seien und ihr Auto nicht bewegen.

Team der Hipos wird verstärkt
„Eigentlich hat jeder Fahrzeugführer seinen Führerschein gemacht und kennt die Regeln. Viele sind aber einfach gedankenlos. Sie denken nicht daran, dass im Notfall Krankenwagen und Feuerwehr passieren müssen. Sie selbst könnten einmal betroffen sein“, mahnt Jirasek. Auch die Müllabfuhr habe immer wieder Probleme. Natürlich kontrollieren die Krifteler Hilfspolizisten die Parkgewohnheiten in der Gemeinde. „Sie versuchen die Bürger zu sensibilisieren“, so er Erste Beigeordnete. „Dabei zeigen sie viel Fingerspitzengefühl.“

Dass das zurzeit anscheinend nicht reicht, macht stärkere Kontrollen notwendig. „In den Sommermonaten werden wir verstärkt kontrollieren und auch Knöllchen verteilen!“ Auch aus diesem Grund werde das Team der „Hipos“ in diesem Jahr noch aufgestockt. So könne es in Schichten und an Wochenenden grundsätzlich flexibler sein und präsenter in der Gemeinde auftreten. „Dennoch appelliere ich dringend an die Bürger, sich allein schon aus Gründen der eigenen Sicherheit an die Verkehrsregeln zu halten!“ Zurzeit werde die Freiwillige Feuerwehr fast täglich alarmiert, immer wieder auch zu Schwelbränden im Haushalt.

Sirenenton kann nerven, ist aber notwendig
Dass die Einsätze den Kriftlern aufgrund der Alarmierung per Sirene nicht verborgen bleiben, lasse sich nun einmal nicht ändern, so Jirasek. „Unsere Feuerwehr ist selbstverständlich mit modernen Funkalarmempfängern ausgestattet. Wenn die erste Alarmierung aber nicht genug Rückmeldungen bringt, kann es sein, dass noch einmal über die Sirene nachalarmiert wird um weitere Kräfte zu alarmieren. Dies hängt auch immer von der Situation ab und erfolgt nicht leichtfertig“, betont er. Oft genug gehe es darum, Menschenleben zu retten. Die Sirenen haben zwei Effekte: einen Alarmierungseffekt für die Feuerwehrmänner und einen Warneffekt für die Bevölkerung.

Tina Schehler