Interessiert beobachten die beiden Jungstörche, wie sich Mama Storch am Schnabel kratzt – Foto: Horst Usinger

FLÖRSHEIM – Geradezu euphorisch war der Flörsheimer BUND-Aktive Bernd Zürn im Mai diesen Jahres bei der ersten Kontrolle der von ihm betreuten Storchenbrutplätze. Auf fast jedem der mehr als 20 Nester im westlichen MTK und den östlichen Bezirken von Wiesbaden zeigten viele Störche ein typisches Brutverhalten. Auch Nester, die schon seit Jahren verwaist waren, wurden in diesem Frühjahr wie-der bezogen. Das ließ auf zahlreichen Nachwuchs hoffen.

Doch dann gab es Rückschläge: Bruten wurden plötzlich beendet, Brutpaare verschwanden ohne ersichtlichen Grund, Jungstörche starben. Einen zweijährigen Altvogel fand Zürn auf der Deponie Wicker. Er lag tot unter seinem Nest. Verhungert, obwohl sein Magen prall gefüllt war. Allerdings nur mit Gummiringen.

Diese beiden jungen Störche drücken sich flach ins Nest und stellen sich tot – Foto: Horst Usinger

Da waren‘s nur noch zwei
Am 2. Juni konnten Zürn und seine Helfer an insgesamt drei Nestern insgesamt sechs junge Störche beringen. Ein unterdurchschnittlicher Erfolg. Zwei lebende Junge gab es auf der Deponie. Ur-sprünglich drei, von denen eines mumifiziert im Nest lag. Dasselbe Trauerspiel auf der benachbarten ‚Grube Christ‘. Auch hier lag ein toter Jungvogel im Nest.

Erfreulicher, dass am Weingut Schreiber in diesem Jahr erstmals gebrütet wurde. Zwei schon fast flügge Junge konnten auf dem Mast, der im Februar 2017 dort errichtet wurde, beringt werden. Dabei leistete der Hubsteiger, den die Deponie kostenlos dafür bereit stellte, wertvolle Hilfe.

Wie viele junge Störche in diesem Jahr flügge wurden zeigt sich erst Ende August/Anfang September, wenn sie ihre lange Reise ins Winterquartier antreten.

Bernd Zürn