RÜSSELSHEIM – Während für die Sophie-Opel-Schule neue Jahrgangshäuser entstehen, wird auch im Bestandsgebäude der auslaufenden Friedrich-Ebert-Schule die Sanierung weiter vorangetrieben. „Neben der Parkschule ist die Friedrich-Ebert-Schule architektonisch eines der historisch bedeutenden Schulgebäude in Rüsselsheim. Nicht umsonst steht es unter Denkmalschutz, und die Sanierung muss besonders behutsam erfolgen“, sagt Stadtrat Nils Kraft.

Im April des vergangenen Jahres begann die Sanierung im Ostflügel, der den Haupteingang und den Gebäuderiegel entlang der Reinhard-Strecker-Straße beinhaltet. Es folgten sukzessive Arbeiten im Westflügel an der Ernst-Reuter-Straße. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus den Jahren 1951 und 1953, Erweiterungen im Westflügel aus den Jahren 1968 und 1979. Zunächst ging es darum, den notwendigen Brandschutz und die Flucht- und Rettungswege sicherzustellen sowie eine Schadstoffsanierung durchzuführen. „Außerdem muss das Gebäude an das neue Raumprogramm mit veränderter Aufteilung, geänderter Nutzung und neuen Anforderungen an das pädagogische Konzept angepasst werden“, sagt Kraft. Dabei werde das Gebäude für den inklusiven Unterricht auch rollstuhlgerecht gestaltet.

Durch die Sanierung können künftig im bestehenden Hauptgebäude Fachklassen, Werkstätten, die EDV sowie die Verwaltung untergebracht werden. Die naturwissenschaftlichen Bereiche werden neu im Ostflügel entlang der Reinhard-Strecker-Straße verortet.

Für den Brandschutz müssen Kabelschächte in Abschnitte getrennt, Baukonstruktionen umgebaut sowie neue Wege, Türdurchgänge und ein Treppenhaus geschaffen werden. Außerdem werden Anpassungen an die heutigen technischen Anforderungen für Elektro- und IT-Infrastruktur vorgenommen, die technische Gebäudeausrüstung saniert, eine flächendeckende Brandmeldeanlage installiert, vorhandene historische Bauteile an geltende Vorschriften angepasst und ein Aufzug eingebaut.

Derzeit wird die Rohmontage der Elektroleitungen finalisiert, die Deckenabhängung in den Fachklassenräumen vormontiert, Trockenbau und Putz fertiggestellt und Decken beplankt. In den kommenden Wochen und Monaten werden Bodenbeläge verlegt, Wände gestrichen, Schreiner- und Metallbauarbeiten durchgeführt und der Aufzug errichtet.

In Absprache mit dem Landesdenkmalschutz können ab Oktober 2020 der bisherige naturwissenschaftliche Trakt, die Turnhalle und die Großtoilettenanlage entlang der Zamenhofstraße abgerissen werden. „Die Gebäudeteile sind zwischen 40 bis 70 Jahre alt und stark sanierungsbedürftig. Hier war die Gebäudesubstanz so schlecht, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich zu stemmen gewesen wäre. Zudem war der Flächenbedarf für die kooperative Gesamtschule als Ganztagsschule mit entsprechenden, großräumlichen, zentralen Einrichtungen so groß, dass das Konzept ohne einen Teilabbruch und einen Neubau an gleicher Stelle nicht hätte realisiert werden können“, erläutert Kraft.

Auf der freiwerdenden Grundstücksfläche wird ein neues Ganztagsgebäude an den Bestand angeschlossen. Das neue Gebäude integriert unter anderem die Aula und Mensa sowie die Bibliothek und das Selbstlernzentrum. Die Funktionen Aula, Mensa und Mehrzweckraum sind als zusammenschaltbare Räume für jahrgangsübergreifende Schulveranstaltungen konzipiert. Ein neues Treppenhaus mit Aufzugsanlage wird beide Gebäude miteinander verbinden.

Die Bauarbeiten für die neue Sporthalle beginnen im Juli dieses Jahres und werden voraussichtlich im Juni 2021 abgeschlossen. Das neue Jahrgangshaus für 8. bis 10. Klasse kann ab August 2020 in Betrieb genommen werden, das Jahrgangshaus für die 5. bis 7. Klasse ab Januar 2021. Das künftige Ganztagsgebäude sowie die neue Sporthalle sollen ab August 2022 zur Verfügung stehen. Inklusive der Freianlagen ist die Gesamtfertigstellung bis Herbst 2022 geplant.

Das Gesamtbudget für sämtliche Arbeiten beträgt 43,6 Millionen Euro. Davon entfallen 36,8 Millionen Euro auf die Neubauten inklusive Sportplatz und Außenanlagen sowie 6,8 Millionen Euro auf die Sanierung des Bestandsgebäudes.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
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