KRIFTEL – Seit dem 2. Juni läuft in hessischen Kitas der eingeschränkte Regelbetrieb, so auch in den Krifteler Kitas. Und er läuft gut. Davon konnte sich jetzt Bürgermeister Christian Seitz beim Besuch in der Kita St. Elisabeth überzeugen. „Wir können den angemeldeten Bedarf der Eltern zurzeit zu 100 Prozent abdecken“, teilt Leiterin Alexandra Zuther strahlend mit. 30 Kinder sind täglich in der Notbetreuung, da ihre Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Bei den übrigen Eltern habe man noch vor Inkrafttreten der neuen Betreuungsphase den Betreuungsbedarf abgefragt. „Es ist uns gelungen, die Kinder genau an den Tagen aufzunehmen, an denen die Eltern aufgrund ihrer Arbeitsstelle dringend eine Betreuung brauchen. Ab der nächsten Woche sind auch all diejenigen Kinder wieder an zwei Tagen in der Kita, die keinen dringenden Bedarf angemeldet haben“, so Zuther, die sich über ein durchweg großes Verständnis und positives Feedback der Elternschaft freut.

Das Konzept der Kita, die Kinder in festen Bezugsgruppen zu betreuen, habe sich in der Corona-Krise bewährt. Denn als direkt am ersten Tag des eingeschränkten Regelbetriebs bei einer Erzieherin ein Covid19-Verdacht aufkam, konnte die Gruppe komplett nach Hause geschickt werden – bis sich glücklicherweise erwies, dass der Corona-Test der Erzieherin negativ war. „Das war möglich, da es keine Kontakte zu den anderen Gruppen gab“, so die Kitaleiterin.

Nicht überall gleiche Möglichkeiten
„Das Montessori-Kinderhaus musste sein offenes Konzept komplett umorganisieren und das ist gut gelungen“, weiß Christiane Early vom Team Soziales im Rathaus. Die Kita Obstgärtchen hat sich ein Modell überlegt, indem die Kinder (außerhalb der Notbetreuung) jeweils in Blöcken für zweieinhalb Tage aufgenommen werden. Die Kita Vogelnest bietet den Eltern je nach Berufstätigkeit Module von fünf, drei und zwei Tagen an. Bei der Kita Monte Pikolino konnte der Betrieb ohne Einschränkungen anlaufen – aufgrund der kleinen Gruppengröße von zehn Kindern und 100 Prozent Personalverfügbarkeit.

Christiane Early betont: „Jede Kita muss natürlich versuchen, die Vorgaben individuell bestmöglich umzusetzen. Nicht alle haben die gleichen räumlichen und personellen Möglichkeiten.“ Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten können derzeit zum Beispiel in der Kita St. Vitus nur etwas weniger als die Hälfte der Kinder betreut werden. „Das wird sich aber glücklicherweise mit dem Umzug in den Neubau an der Rossertstraße am 22. Juni ändern“, so Kitaleiterin Sylvia Bernstein.

Alle Kitas haben sich daran orientiert, was die Eltern brauchen und das Maximale herausgeholt, lobt Early. Bei ihr sind bisher nur positive Rückmeldungen angekommen. „Es ist in Kriftel geglückt, die Eltern zu entlasten und den Kindern ein gutes Stück Normalität zurückzugeben“, stellt Bürgermeister Seitz fest, der sich für den Einsatz der Kitaleitungen und –teams herzlich bedankt.

Spielen in festen Gruppen
In allen Krifteler Kitas werden die Hygienevorgaben gut umgesetzt: Die Eltern betreten die Kita nicht, die Kinder spielen und essen in festen Gruppen und jede Gruppe benutzt eigene Toiletten und Waschräume. Teilweise werden die Kinder an festen Tagen in der Woche, teilweise nach Bedarf betreut. Dass die Gruppen zurzeit deutlich kleiner sind als sonst habe sich als sehr positiv herausgestellt, da sind sich die Erzieher/innen einig: Es sei einfach mehr Zeit für eine individuelle pädagogische Betreuung da. Der Traum: Dies in die Zeit nach Corona hinüberzuretten.

Eines müsse aber besonders hervorgehoben werden, so Zuther: „Die Eltern in Kriftel sind toll und auch der Zusammenhalt der Krifteler Kitas ist top. Wir waren ständig in Kontakt und sind so gut vernetzt – das hat uns über die Krise hinweggeholfen.“

Tina Schehler