FLÖRSHEIM-WICKER – „Wir haben hier einen verletzten Vogel“, informierte Markus Velten am vergangenen Donnerstag den BUND-Aktiven Bernd Zürn. Der Hausmeister der Wickerer Goldbornschule hatte das Tier hinter dem Schulgebäude gefunden. Es lag im Gras und lies sich leicht einfangen. Das war kein gutes Zeichen. Gesunde Vögel fliegen in solchen Situationen weg und bringen sich in Sicherheit.

Bei seiner Ankunft fand Zürn den Patienten im Sekretariat in einem großen Pappkarton. Die besorgten Sekretärinnen hatten ihn dort untergebracht und ihm Gras als Polstermaterial gegeben. Umgeben von interessierten und mitfühlenden Lehrerinnen kam Bernd Zürn bei einer ersten vorsichtigen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es ein junger, schon fast ausgewachsener Grünspecht war. Er war in einem guten körperlichen Zustand. Deshalb nahm Zürn ihn mit, um ihn in seinem Garten näher zu untersuchen. Das fand das Tier nicht besonders lustig. Er gab sich recht aggressiv. Für den ‚Onkel Doktor Zürn‘ ein gutes Zeichen. Deshalb nahm er ihn aus dem Kasten und setzte ihn ins Gras. Dort begann er sehr schnell, nach Ameisen zu picken. Rund zehn Minuten später breitete er seine Flügel aus und verschwand in einer benachbarten Baumgruppe.

Aus den Angaben des Schulpersonals der Goldbornschule schließt Bernd Zürn, dass der Grünspecht wahrscheinlich gegen eine der vielen dortigen Fensterscheiben geflogen war. Das führt oft zum Genickbruch und damit zum sofortigen Tod. In diesem Fall war es wohl nur ein Schock, der das Tier vorübergehend flugunfähig machte. Um solche Vorfälle künftig zu vermeiden will Markus Velten
jetzt große Aufkleber an den Scheiben anbringen.

Bernd Zürn