FLÖRSHEIM – Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) betreibt neben dem Luftmessnetz Hessen auch Sondermessprogramme, die unter anderem auch den Frankfurter Flughafen als potentielle Quelle für Luftschadstoffe im Auge haben. Im Zuge dessen unterhält das HLNUG mobile Messstationen, die jeweils für den Zeitraum von etwa einem Jahr an verschiedenen Standorten stehen, um die Einflüsse des Flug- und des Bodenbetriebs in verschiedenen Entfernungen zu erforschen. Der Schwerpunkt des Messprogramms liegt auf ultrafeinen Partikeln, es werden aber auch Schadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid erfasst. Eine dieser Stationen wird in den nächsten Tagen im Flörsheimer Christian-Georg-Schütz-Park aufgebaut und ab August etwa ein Jahr lang die Luftbelastung messen.

Am selben Standort hatte das HLNUG bereits von 2013 bis 2014 die Luftschadstoffe gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass die gesetzlich festgelegten Grenzwerte grundsätzlich deutlich unterschritten wurden. Lediglich beim Feinstaub gab es an zwei Tagen eine Überschreitung des Tagesmittelwerts von 50 µg/m3. Das Gesetz sieht allerdings vor, dass der Grenzwert für die kurzfristige Feinstaubbelastung erst bei mehr als 35 Überschreitungen dieses Tagesmittelwerts im Jahr verletzt ist und damit Handlungsbedarf besteht. Die Messungen zeigten außerdem, dass die Luftbelastung in Flörsheim am Main ähnlich hoch war wie in Raunheim, wo ebenfalls gemessen wurde.

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch begrüßt und unterstützt das aktuelle Vorhaben des HLNUG. „Seit der letzten Luftmessung ist einige Zeit vergangen. Es ist im Sinne der Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, wie die aktuelle Schadstoffbelastung der Luft in Flörsheim am Main ist und ob sie sich verändert hat“, sagt der Bürgermeister. „Außerdem kann die Luftbelastung in der aktuellen Situation mit Pandemie-bedingt geringerem Flugverkehr verglichen werden mit der Lage zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich der Flugbetrieb wieder normalisiert hat“, ergänzt er.

Blisch begrüßt es, dass diesmal auch Ultrafeinstaub gemessen wird, dessen Gefahrenpotential für die Gesundheit allerdings noch nicht abschließend geklärt ist. Bei den Messungen vor sechs Jahren im Schützpark wurden ultrafeine Partikel noch nicht berücksichtigt, da dem Landesamt zu dieser Zeit die dafür notwendige Messtechnik noch nicht zur Verfügung stand.

Die Ergebnisse der Ultrafeinstaubmessungen werden vom HLNUG in regelmäßigen Zwischenberichten veröffentlicht. Weitere Informationen zu ultrafeinen Partikeln sowie die bisherigen Zwischenberichte sind zu finden auf der Homepage des HLNUG unter https://www.hlnug.de/?id=14862.

Magistrat der Stadt Flörsheim am Main