FLÖRSHEIM – Mittwoch, 12. August: Endlich!! Endlich kam er: Der Regen. Von Vielen „lang ersehnt, heiß erfleht“, so, wie es die Sängerin Dalida im gleichnamigen Film im Jahr 1959 sehr eindrucksvoll besang.

Nach wochenlanger Trockenheit hatte der Himmel endlich ein Erbarmen. Bei Land- und Forstwirten war die Freude groß. Aber auch bei Kleingärtnern wie dem 82-jährigen Pensionär Bernd Zürn in Weilbach. Die Wasserentnahme aus dem benachbarten Weilbach war wegen der langen Trockenheit nicht mehr erlaubt. Folge: Mit jedem Tag kümmerten immer mehr seiner Nutzpflanzen vor sich hin, stellten das Wachstum ein oder verdorrten.

Wie tief das Wasser nach dem stundenlangen Regen in das Erdreich eingedrungen, wollte er wissen. Deshalb stach er mit dem Spaten an mehreren Stellen im Garten kleine Kuhlen aus. Das Ergebnis war niederschmetternd: 32 Millimeter!! Damit erreichte es noch nicht einmal die Wurzeln vieler Pflanzen.

Nach dem Motto: Einmal Lehrer – immer Lehrer wollte er diese überraschende Tatsache an drei Jugendliche weitergeben, die ihn gerade im Garten besuchten. Dazu ließ er sie vorher schätzen. Zehn bis fünfzehn Zentimeter, meinten die drei Jungs. Das war auch das, was sich Zürn im Stillen für seinen Garten erhofft hatte. Mit den ‚Probebohrungen‘ sind die vier Beteiligten jetzt um eine Enttäuschung, aber auch um eine Information reicher geworden.

Bernd Zürn