RÜSSELSHEIM – Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen wurde 2001 von der Stadt Rüsselsheim mit dem Ziel gegründet, das Gebäudeensemble an der Ludwig-Dörfler-Allee denkmalgerecht zu sanieren und zu pflegen sowie dieses für kulturelle Angebote in Form von Ausstellungen zu nutzen. Um diese Ziele dauerhaft sicherzustellen, soll nun die Finanzierung der Stiftung angepasst werden. Der Magistrat kommt daher in der anstehenden Sitzungsrunde mit einer Vorlage auf die Stadtverordnetenversammlung zu, in der die schrittweise Anpassung des städtischen Zuschusses vorgeschlagen wird.

Die gemeinnützig tätige Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen ist seit Gründung auf Zuwendungen der Stifterin angewiesen. Bis einschließlich 2018 wurde die Stiftung sowohl über Zuschüsse der Stadt Rüsselsheim am Main als auch über die Firma Opel Automobile GmbH finanziert. Während Opel im Jahr 2002 noch rund 128.000 Euro zugezahlt hatte, betrug der Zuschuss zuletzt nur noch 40.000 Euro, bevor er ab 2019 ganz entfallen ist. Bereits zuvor hat die Stadt den Anteil von Opel teilweise kompensiert, allerdings hat die Stadt im Rahmen der Haushaltskonsolidierung von 2011 bis 2015 auch die städtischen Zuschüsse gekürzt. Seither gab es keine Anpassungen mehr, auch Kostensteigerungen wurden bisher nicht berücksichtigt. Problematisch dabei ist, dass die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes zu Lasten des Kunstbetriebs geht, da der derzeit für die Bauunterhaltung vorgesehene Zuschuss von 50.000 Euro nicht ausreicht und somit die Baukosten aus dem allgemeinen Zuschuss mitfinanziert werden müssen. Liquiditätspuffer, die die Stiftung aus früheren Jahren anlegen konnte, werden spätestens Ende 2021 aufgebraucht sein. „Wenn das so weitergehen würde, könnten irgendwann gar keine kulturellen Angebote mehr in den Opelvillen stattfinden, weil das Geld dann nur noch für die Denkmalpflege ausreicht“, macht Grieser deutlich.

Die nun eingebrachte Vorlage sieht deshalb vor, dass der städtische Zuschuss in einem ersten Schritt für das Jahr 2021 um 40.000 Euro auf dann 261.400 Euro erhöht wird, um den Ertragsverlust aus dem Wegfall der Zahlung der Firma Opel zu kompensieren. In einem zweiten Schritt soll im Jahr 2022 auch der Zuschuss für die Bauunterhaltung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles von derzeit 50.000 Euro auf 100.000 Euro erhöht werden und ab 2023 eine jährliche Anpassung entsprechend der Entwicklung des Baupreisindexes erfolgen. In einem dritten Schritt soll auch der allgemeine städtische Zuschuss ab 2023 ebenfalls einer Indexsteigerung unterworfen werden entsprechend den Personalkostenentwicklungen nach den Tarifvereinbarungen des öffentlichen Dienstes sowie der Inflationsrate für die übrigen Sachaufwendungen. Die städtischen Zuschüsse würden dann je nach Indexsteigerung jährlich um 10.000 bis 15.000 Euro steigen. Zudem will die Stadt gemeinsam mit der Stiftung ein ausführliches Berichtswesen erarbeiten.

Bei der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen handele es sich um eine herausragende Institution der Rüsselsheimer Kulturlandschaft, wie Bürgermeister und Kulturdezernent Dennis Grieser betont: „Mit den Opelvillen hat sich die Stadt überregional ein Renommee in der Kunst- und Kulturwelt erarbeitet. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“