RÜSSELSHEIM – Die Rüsselsheimer Hütte im Pitztal wurde seit genau 30 Jahren von Hüttenwirt Florian Kirschner mit großem Einsatz hervorragend bewirtschaftet. Kirschner hatte 1990 offiziell die Hüttenpacht von Vater Albert und Mutter Agnes, die seit 1976 die Hütte betreuten, übernommen. Mit Ende der Bergsaison 2020 stand nun ein Wechsel an.

Viele Sektionen des Deutschen Alpenvereins haben aktuell Probleme mit der Wiederbesetzung, wenn Hüttenwirte ausscheiden. Nicht so die Rüsselsheimer DAV Sektion, denn hier setzt sich erfreulicherweise die Familientradition fort. Mit Tochter Tabea, die bereits seit zwei Jahren während der Saison auf der Hütte eingearbeitet wurde, bleibt die Rüsselsheimer Hütte fest in Familienhand. Tabea Kirschner dürfte momentan mit 25 Jahren sogar die jüngste Hüttenwirtin sein.

Vom 16. bis 20. September waren 32 Mitglieder der Sektion im Pitztal, um im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Sektionsausfahrt Touren zu unternehmen und zum Abschluss der Saison einen gemütlichen Hüttenabend zusammen zu verbringen. Die Touren fanden in drei Gruppen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden statt. Die Bergwanderer waren unter der Leitung von Wolfgang Bohrmann auf dem Fuldaer Höhenweg unterwegs. Die Fortgeschritten Bergfreunde machten eine Hüttentour unter der Führung von Karl Kudlacek im nördlichen Tal. Eine Bergsteigergruppe, geleitet von Peter Trzaska, bestieg die Wildspitze (zweihöchster Berg Österreichs) und meisterte anschließend den Mainzer Höhenweg zur Rüsselsheimer Hütte. Alle Touren verliefen unfallfrei.

Nachdem die Teilnehmer am Samstag wohlbehalten auf der Hütte eingetroffen waren, wurde Florian Kirschner im Rahmen einer kleinen Feierstunde vom 1. Vorsitzenden Wolfgang Bohrmann offiziell in den Vorruhestand entlassen. „Wir danken Florian für seine langjährige Treue, die geleistete Arbeit für die Sektion, die oftmals über die Pflichten eines Hüttenwirtes hinaus wahrgenommen wurde und wünschen ihm viele glückliche Jahre im Ruhestand“, fasste Bohrmann die Leistungen Kirschners zusammen. Im Anschluss gegrüßte er Tabea als die neue Hüttenwirtin und wünschte ihr viel Erfolg für ihre herausfordernde, neue Aufgabe. Am Ende des Generationenwechsels stießen alle Sektionsmitglieder auf die beiden Kirschners mit einem Meisterwurz an. Dieses Destillat gehört, wie Steinbockgulasch, Steinbockcarpaccio und Knödelvariationen, neben vielen anderen Schmankerln zu den Spezialitäten auf der Hütte, für die Kirschner mit dem Prädikat „So schmecken die Berge“ ausgezeichnet wurde.

Der abschließende Hüttenabend in geselliger und lustiger Runde war die Gelegenheit, über die abgelaufene Bergsaison und vieles andere zu reden. Am Sonntag kamen dann alle Teilnehmer wieder wohlbehalten in Rüsselsheim an.

Wolfgang Bohrmann