GINSHEIM-GUSTAVSBURG – Als „Blick über den Tellerrand“ bezeichnete Treburs Bürgermeister Jochen Engel den Ausbildungsverbund, der seit 2015 zwischen der Gemeinde Trebur und der Stadt Ginsheim-Gustavsburg besteht und erfolgreich fortgesetzt wird. „Unsere Auszubildenden teilen sich einen Platz in beiden Rathäusern und erhalten dadurch eine größere Abwechslung und noch mehr Vielfalt in ihrer Ausbildung“, ergänzte Thies Puttnins-von Trotha, Bürgermeister der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Gemeinsam stellten die beiden Verwaltungschefs das Erfolgskonzept und ihre drei neuen Auszubildenden Inga Heller (31 J.), Mona Wilhelmi (20 J.) und Anastasia Kraft (18 J.) vor.

Inga Heller, Anastasia Kraft und Mona Wilhelmi (vorne, von links), mit ihren Ausbilderinnen Monika Sänger (links) und Tamara Dickhaut (rechts) und den Bürgermeistern Thies Puttnins-von Trotha (links) und Jochen Engel (rechts)

Der Anstoß für die Kooperation erfolgte aufgrund der Tatsache, dass die Anforderungen an die hessischen Kommunen deutlich gestiegen sind, gleichzeitig jedoch immer weniger Mittel in den kommunalen Haushalten zur Verfügung stehen. Mit der Vereinbarung zur gemeinsamen Ausbildung ist es möglich geworden, jährlich eine Auszubildende oder einen Auszubildenden einzustellen, da die Kosten für die Ausbildungsvergütung, für das Verwaltungsseminar sowie für die Personaleinstellung durch beide Kommunen geteilt werden.

Neben diesen Vorteilen ergeben sich weitere, denn beide Bürgermeister sind sich einig: „Durch die gemeinsame Ausbildung verbessern sich die Chancen für eine anschließende Übernahme der Auszubildenden.“

Die Chance einer Übernahme besteht auch für Mona Wilhelmi, die ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im August zunächst im Rathaus von Ginsheim-Gustavsburg begann. Die 20-jährige absolvierte als Schülerin ein Praktikum im Landratsamt in Groß-Gerau. Nach dem Fachabitur blieb sie der Verwaltung treu – der Fachbereich Personalwesen gehört zu den ersten Abteilungen, die sie nun kennlernen darf. Hierbei lernt sie beispielsweise auch, worauf es bei der Auswahl von Bewerbenden ankommt.

„Bei der Auswahl unserer Bewerberinnen und Bewerber sind uns gute Noten in den Hauptfächern sowie im Arbeits- und Sozialverhalten und geringe Fehlzeiten im Abschlusszeugnis wichtig“, bestätigte Monika Sänger, Personalchefin und Ausbilderin am Standort Ginsheim-Gustavsburg.

Auch Vorkenntnisse durch Praktika und die Auseinandersetzung mit dem angestrebten Beruf seien bedeutsam, das weiß Tamara Dickhaut, Ausbilderin am Standort Trebur.

Anastasia Kraft, die seit August den Beruf der Immobilienkauffrau bei der kommunalen Wohnungsgesellschaft Mainspitze (KWG) erlernt, konnte bereits mit einem Praktikum bei der Baugenossenschaft Mainspitze glänzen. Sie entschied sich, nach ihrem Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, im Verwaltungsbereich zu bleiben.

Inga Heller, die Auszubildende mit der aktuell meisten Berufserfahrung, begann ihre Ausbildung ebenfalls im August zur Verwaltungsfachangestellten. Die gelernte Kosmetikerin arbeitete nach ihrem Fachabitur einige Jahre im Büro eines Bestattungsunternehmens. Auch sie bleibt weiterhin in der Verwaltung und freut sich über einen guten und sicheren Arbeitsplatz.

Die Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg mit Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha und die Gemeinde Trebur mit Bürgermeister Jochen Engel heißen die drei Azubis herzlich willkommen und wünschen ihnen auf ihrem Ausbildungsweg viel Spaß und Erfolg.

Yvonne Rüthel