KRIFTEL – Gefeiert haben Hans-Peter und Roswitha Barth ihre Goldene Hochzeit, auch bedingt durch die Corona-Auflagen, nur im engsten Rahmen mit Tochter Anne. „Wir stecken ja auch gerade voll im Umzugsstress. Nächste Woche ziehen wir nach Berlin um“, berichtet der Jubilar, der sich trotz gepackter Umzugskisten im Wohnzimmer am Montag über den Besuch von Bürgermeister Christian Seitz und des Ersten Beigeordneten Franz Jirasek freute. „Wir hoffen, dass wir die Feier im nächsten Jahr mit unseren beiden Töchtern, deren Familie und den beiden Enkeln bei einem Familienwochenende nachholen können“, erzählt Barth beim Sektumtrunk.

Bürgermeister Seitz überbrachte die Gratulationsurkunden von Land, Kreis und Gemeinde und die besten Glückwünsche im Namen der Gemeinde. „Wir danken ihnen für eine schöne, kollegiale Zusammenarbeit“, so Seitz. „Und wünschen in der Hauptstadt eine spannende und glückliche Zeit.“ 23 Jahre lang ist Hans-Peter Barth in Kriftel kommunalpolitisch aktiv gewesen.

Jede Menge Ballast abwerfen
„Wir haben schon auf unsere Hochzeitsreise verzichten müssen“, berichtet Roswitha Barth lachend. „Weil der Schwiegervater seinen Fuß gebrochen hatte. Sie wurde ein Jahr später nachgeholt. So machen wir es diesmal auch.“ Zunächst gelte es aber den Umzug nach Berlin-Weißensee zu stemmen. Es sei nicht leicht, den Haushalt zu verkleinern. Unterstützt wurden sie beim Aussortieren von Tochter Anne, die aus ihrem Wohnort Hamburg angereist ist.

Das Ehepaar verlässt nach 31 glücklichen Jahren die Obstbaugemeinde mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es fällt uns nicht leicht, denn wir haben uns in Kriftel sehr wohlgefühlt“, so der 73-Jährige. „Aber wir freuen uns auf unsere Enkel und unsere Tochter Beate, in deren Nähe wir nun wohnen werden.“ In der neuen Wohnanlage werden sie bei Bedarf Serviceleistungen in Anspruch nehmen können. Vor Jahren hatten sie sich auf die Warteliste für eine Wohnung mit genügend Platz setzen lassen, nun wurde eine frei und die Entscheidung musste schnell getroffen werden.

23 Jahre in der Kommunalpolitik engagiert
In die Politik kam Hans-Peter Barth durch einen „dummen Zufall“ im Jahr 1997, wie er schmunzelnd erzählt, als er eine Versammlung der Grünen besuchte und noch am selben Abend ganz unverhofft auf der Liste zur Kommunalwahl stand. „Ich wollte eigentlich nie in die Politik“, sagt er. „Mein Großvater, der von den Nazis verfolgt im Gefängnis landete, hatte mir immer wieder ans Herz gelegt: ‚Bub, geh nicht in die Politik!“ Weil nach der Wahl der damalige Vorsitzende Stefan Heil in den Gemeindevorstand ging, rückte Hans-Peter Barth in die Gemeindevertretung nach.

In den ersten Jahren war er als Parteiloser für die Grünen im Sozialausschuss und in der Gemeindevertretung. Als Stefan Heil 2009 seinen Rücktritt an der Spitze der Grünen abgab, erklärte Hans-Peter Barth sich bereit, gemeinsam mit Regina Vischer den Vorsitz zu übernehmen. Dann erst wurde er Parteimitglied. 2011 ist Hans-Peter Barth in den Gemeindevorstand gewechselt.

Traumblick auf Kriftel
Barth ist in Frankfurt am Main geboren. Der gelernte Bankkaufmann führte seit 1981 als Selbständiger einen Vertriebsservice. Seine Frau Roswitha stammt aus der Rhön. Ihre Eltern betrieben eine Bäckerei. Er lernte sie kennen, als er als junger Mann beim Bundesgrenzschutz verpflichtet und in ihrem Wohnort eingesetzt war. Zunächst wohnte das Paar mit den Töchtern in Frankfurt, dann folgte der Umzug nach Kriftel in den Sindlinger Weg. Der Traumausblick aus der Wohnung im 5. Stock überzeugte sie bei der Wohnungsbesichtigung sofort.

Roswitha Barth war seit Gründung des Montessori-Kinderhauses in Kriftel als Erzieherin tätig, bis zur ihrer Pensionierung, und nachher mit Begeisterung Tagesmutter. Auf die Nähe zu den Enkeln im neuen Wohnort freut sie sich daher ganz besonders.

Tina Schehler