FLÖRSHEIM – Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuz in Flörsheim aktiv – für die Öffentlichkeit nur teilweise weniger sichtbar. Mit Abstands- und Hygieneregeln finden Fortbildungsabende und auch die Treffen des Jugendrotkreuz seit einiger Zeit wieder statt, der Rettungsdienst kam selbstverständlich sowieso nie zum Erliegen. Sanitätsdienste, Seniorennachmittage oder die Flörsheimer Blutspende dagegen fallen schon seit Monaten aus. Damit fehlt den DRK’lern eine wichtige Komponente ihrer Arbeit: Der Bürgerkontakt.

Einsatzgeschehen in Corona-Zeiten – Foto: DRK OV Flörsheim am Main e.V.

Der Rettungsdienst gilt als eine traditionell wichtige Komponente des Ortsvereins Flörsheim. Dies ist auch in Corona-Zeiten nicht anders. Während die Bereitschaftsabende und damit die Lehrgänge und Fortbildungen von März bis einschließlich Mai nur virtuell über Video-Konferenz stattfinden konnten, waren die ehrenamtlichen Rettungsdienst-Teams und Mitglieder der Sonder-Einsatzgruppe (SEG) des Ortsvereins auch während des Lockdowns und darüber hinaus bei Einsätzen vor Ort. Egal ob eine Feuerwehrbereitstellung beim Wohnungs- oder Scheunenbrand oder Einsatzereignisse mit Einheiten der Polizei – trotz angespannter Corona-Situation erscheinen die Einsatzkräfte auch zu Zeiten des Lockdowns stets vollzählig.

Franz-Josef Eckert, DRK-Geschäftsführer und SEG-Leiter des Ortsvereins, sagte im März: „Den Ehrenamtlichen wird in der jetzigen „Corona-Zeit“ ein besonderes Engagement abverlangt, was aber beim DRK Flörsheim gewährleistet ist.“ Gerade in der jetzigen Zeit zeige sich, wie wichtig das Ehrenamt in Ergänzung zum Hauptamt sei.

Anders sieht es dagegen etwa bei Sanitätsdiensten aus. Da Veranstaltungen  – wie etwa das Wickerer Weinfest oder der Flörsheimer Lebenslauf – aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, finden in diesem Jahr so gut wie keine Sanitätsdienste statt. Auch die Flörsheimer Blutspenden konnten bisher nicht mehr stattfinden. Und die besonders gefährdete Gruppe der Senioren konnte seit März nicht mehr zu Spielenachmittagen, Grillabenden oder dem Herbstfest zusammen kommen. Ihr fehle vor allem der regelmäßige Austausch mit den rund 20 Seniorinnen und Senioren, die zuvor teilweise schon jahrelang regelmäßig kamen, sagt Bettina Proske, die die Seniorenbetreuung des Vereins leitet. „Das kann auch das Handy nicht ersetzen“, sagt sie.

In der öffentlichen Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger Flörsheims möchte das DRK nicht verblassen. Dem Verein ist es wichtig, weiterhin öffentlich präsent zu sein. „Wir leben auch vom Kontakt und dem Austausch mit den Bürgern“, sagt Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Freiberg. Der Rettungsdienst bleibe ja zum Glück für viele Bürger verborgen, da sie ihn nicht benötigen, sagt er. Auch Nachwuchskräfte zu finden, die ein Ehrenamt und sinnvolles Hobby suchen, sei durch die Corona-Pandemie aufgrund des geringeren Kontakts zu den Bürgern erschwert. Die Gehirnjogging-Kurse und Gruppenstunden des Jugendrotkreuz finden seit einigen Wochen aber wieder statt. Zwar seien Ausflüge und Gruppenübungen mit der Jugendfeuerwehr derzeit nicht drin – aber spielerisch das Erste-Hilfe-Wissen zu vermitteln, klappe schließlich auch mit Abstand, sagt Jugendgruppenleiter Alexander Schmitz. Unter diesem Stichwort finden auch die Bereitschaftsabende seit Mai dank des großen Lehrsaals wieder statt. Das DRK hat ein Hygienekonzept erarbeitet. Zwar hatte sich der digitale Bereitschaftsabend über Microsoft Teams schnell etabliert. Den persönlichen Kontakt sowie die praktische Übung mit dem Einsatzmaterial konnte die digitale Version des Bereitschaftsabends Geschäftsführer Franz-Josef Eckert zufolge aber nicht ersetzen. Unter den Abstands- und Hygieneregeln konnten sogar der gemeinsame Aufbau des SEG-Behandlungsplatzes sowie anschließendes Grillen im Juli umgesetzt werden.

Insgesamt rückten die DRK’ler in diesem Jahr bisher 120 mal aus. Haben sich die Einsätze durch Corona verändert? „Wir sind extrem vorsichtig“, sagt Eckert. Mit Stirnthermometer und Maske sei es zwar etwas Corona-bezogener als früher – die Einsatzlage an sich habe sich aber nicht geändert. „Von Personensuche im Main über Wohnungsbrand bis hin zu Verkehrs- und Gartenunfällen war dieses Jahr bisher alles dabei“, sagt er.

Janine Hofmann