RÜSSELSHEIM -Hans-Peter Scheerer, Geschäftsführer der Stadtwerke Rüsselsheim, ist überzeugt, vielen Erdgaskunden dürfte noch gar nicht bewusst sein, was im neuen Jahr auf sie zukommt: „Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssen sie mit Mehrkosten von 120 Euro rechnen – sofern sie nichts dagegen tun. Grund dafür ist die CO2-Abgabe, die vom 1. Januar 2021 die Kosten je Kilowattstunde um 0,6 Cent in die Höhe treibt. Die Abgabe auf Kohlendioxid (CO2), die auch für Heizöl, Benzin und Diesel gilt, ist das Herzstück des Klimaschutzprogramms des Bundes. „Wir als Stadtwerke Rüsselsheim berechnen die CO2-Abgabe und geben sie unmittelbar an den Staat weiter.“

„Der Klimawandel und die fortschreitende Umweltzerstörung sind eine existentielle Bedrohung für die Welt, von daher ist es richtig, Anreize zu schaffen, dass weniger Kohlendioxid verursacht wird“, bekräftigt Scheerer. Kohlendioxid entsteht durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. „Da CO2 die vom Erdboden reflektierten Sonnenstrahlen teilweise absorbiert, kann weniger Wärme über die Atmosphäre abgegeben werden und ein Treibhauseffekt entsteht.“ Ziel der neuen CO2-Abgabe ist es, die Verbraucher zu animieren, weniger Auto zu fahren und weniger zu heizen oder aber ein Elektroauto und eine neue Heizung anzuschaffen.

Damit die Verbraucher wissen, was an Kosten auf sie zukommt, haben die Stadtwerke Rüsselsheim bereits die Gas-Tarife fürs neue Jahr festgelegt, in der die CO2-Abgabe bereits enthalten sind. „Damit möchten wir unseren Kunden transparent schon früh Planungssicherheit geben“, verweist Scheerer auf die Unternehmens-Homepage, auf die neuen Tarife nachzulesen sind.

Der Stadtwerke-Chef sieht Erdgaskunden gegenüber Hausbesitzern, die mit Öl heizen, im Vorteil: Erdgas emittiert weniger CO2 pro Kilowattstunde produzierter Wärmeenergie und schwächt die Folgen der CO2-Bepreisung etwas ab. Doch noch wichtiger ist es seiner Ansicht nach, Energie effizient einzusetzen und den Energieverbrauch zu senken. Schon bei Heizungen, die 20 Jahre alt sind, lohnt es sich, in eine neue Anlage zu investieren. „Häufig lässt sich der Verbrauch auch senken, in dem das eigene Verhalten verändert wird: Beispielsweise ist Stoßlüften wesentlich besser als ein gekipptes Fenster, und eine um 1 Grad niedrigere Raumtemperatur spart rund sechs Prozent Heizkosten.“

Scheerer verweist auf die Energieberatungen, die die Stadtwerke regelmäßig anbieten und bei denen ein unabhängiger Energieberater beispielsweise über die Möglichkeiten informiert, wie sich am und im Gebäude mit Modernisierungsmaßnahmen Energie sparen lässt. Die Beratungstermine stehen auf der Homepage der Stadtwerke. Zudem gibt es dort ein umfangreiches virtuelles Beratungszentrum. Zudem haben die Stadtwerke auf einer Seite umfangreiche alle Informationen rund die CO2-Abgabe zusammengestellt.

Jürgen Gelis