RÜSSELSHEIM – Die öffentlichen Toilettenanlagen der Stadt Rüsselsheim am Main sind größtenteils in die Jahre gekommen und befinden sich in einem modernisierungsbedürftigen Zustand. Deswegen hat der Magistrat dem Stadtparlament nun einen Beschlussvorschlag weitergeleitet, um die Anlagen nach und nach zu sanieren oder zu ersetzen. „Öffentliche Toilettenanlagen werden in einer Stadt benötigt, dies bestätigen uns sowohl die Zahlen der Inanspruchnahme, als auch der Beschwerden zum Zustand“, sagt Baustadtrat Nils Kraft. Insgesamt acht öffentliche Toiletten hat die Stadt in ihrem Bestand. Mit Ausnahme des Standorts am Parkhaus Löwenplatz, der in einem ordentlichen Zustand ist, muss die Stadt an alle anderen Standorte Lösungen finden. Dabei will die Stadt, so sieht es die Vorlage für die Stadtverordneten vor, schrittweise vorgehen.

Bereits im kommenden Jahr will die Stadt Rüsselsheim die Einrichtung einer neuen Toilette am Parkplatz Ecke Mainzer Straße/Ludwigstraße auf den Weg bringen. Der bestehende Betreibervertrag wurde vom Hersteller gekündigt, so dass die Stadt nun für Ersatz in ähnlicher Form sorgen will. Aufgrund der Ausführungsfristen kann es zu einer zeitweisen Vakanz des Toilettenstandorts kommen. Schätzungsweise 250.000 Euro wird die Stadt in die neue Toilettenanlage investieren müssen, die Kosten sind bereits im Haushaltsplan für 2021 berücksichtigt. Kosten in dieser Höhe kommen dadurch zustande, dass die WC-Anlagen aufwendiger sind, als dies auf den ersten Blick erscheint: So ist zum Beispiel die WC-Technik für den dauerhaften Einsatz im öffentlichen Raum ausgerichtet. Ab 2022 soll jährlich einer der Standorte am Verna-Park, am Parkplatz Einkaufszentrum Königstädten, am Parkplatz Einkaufszentrum Haßloch Nord sowie am Einkaufszentrum Dicker Busch II am Evreuxring erneuert werden. Während in Königstädten, Haßloch und im Dicken Busch nach einer Grobschätzung jeweils 250.000 Euro als Kosten veranschlagt werden, geht die Stadt Rüsselsheim für den Standort im Verna-Park von Kosten in Höhe von 350.000 Euro aus. Hier sind zusätzliche die Belange des Denkmalschutzes für das Gesamtensemble des Verna-Parks zu berücksichtigen. Zudem wird der Verna-Park wegen seiner zentralen Lage auch als Veranstaltungsfläche genutzt, so dass hier andere Anforderungen an die Toilettenanlage gestellt werden müssen.

Für die Toiletten an der Südseite der Sophienpassage wird vorgeschlagen, diesen Standort perspektivisch zu schließen und dafür eine neue Toilettenanlage in einer geplanten Mobilitätsstation an der Elisabethstraße zu errichten. Dies ist auch im Sinne des angrenzenden Kiosks und der benachbarten Eisdiele.

Schwieriger ist es, eine Lösung für die Toilettenanlage zu finden, die sich in der Unterführung des Rüsselsheimer Bahnhofs befindet. Bereits im September wurde bei einer Begehung mit Oberbürgermeister Udo Bausch und Baustadtrat Nils Kraft der Zustand der Toiletten gegenüber der Bahn thematisiert. Die Bahn teilte mit, dass sie keine Toilettenanlagen am Bahnhof benötigt. Da der Magistrat dies anders sieht, wird durch die Stadtverordnetenversammlung zu entscheiden sein, ob die Stadt auch weiterhin in der Bahnliegenschaft diese Anlagen erneuern und betreiben wird. Denn auch hier läuft der Betreibervertrag zum Jahresende aus. Da die Deutsche Bahn AG die Erneuerung und den weiteren Betrieb einer öffentlichen Toilette auf ihrem Grundstück abgelehnt hat, werden nun verschiedene Szenarien für die Zukunft geprüft.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales