KRIFTEL – Im Hause Frey wurden in den letzten zwei Wochen gleich zwei runde Geburtstage gefeiert – wenn auch nur im engsten Kreis: Winfried Frey und seine Frau Uta vollendeten beide innerhalb weniger Tage ihr 80. Lebensjahr. Bürgermeister Christian Seitz ließ es sich nicht nehmen, dem emeritierten Professor für Deutsche Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit und der pensionierten Studiendirektorin im Namen der Gemeinde und auch des Partnerschaftsvereins, für den sich der Jubilar als Vorstandsmitglied seit Jahren engagiert, persönlich zu gratulieren und ihnen für die Zukunft alles Gute zu wünschen – wenn auch nur kurz und mit viel Abstand, so wie es die aktuellen Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen vorschreiben. Über den Tag verteilt, überbrachten auf diese Weise auch Bodo Knopf, Vorsitzender der Gemeindevertretung, sowie Gerhard Mantel und Dorothea Barth für AWO und SPD-Fraktion ihre Glückwünsche.

Prof. Dr.  Frey ist den Kriftelerinnen und Kriftelern durch seine vielen interessanten Vorträge wohlbekannt. Geboren wurde er am 10. November 1940 in Bruchsal. Von 1972 bis 2003 war er Professor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Sein Lebenswerk sieht er in der Erforschung antijüdischer und antisemitischer Texte des genannten Zeitalters. Für sein Engagement zur Aussöhnung von Christen und Juden und für den lebenslangen Kampf gegen den Antisemitismus wurde ihm 2016 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Engagement im Partnerschaftsverein und der AWO
„Im Sinne der Völkerverständigung engagieren sich Uta und Winfried Frey schon lange im Krifteler Partnerschaftsverein“, hebt Seitz hervor. Winfried Frey ist dort noch immer Vorstandsmitglied. Ehefrau Uta ist seit über 30 Jahren Schriftführerin in der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie wurde in Ludwigsburg geboren, studierte Griechisch, Latein und Englisch, machte ihre Staatsexamina, unterrichtete nach dem Studium und der Ausbildung zunächst am Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe, seit 1967 an der Leibnizschule, später auch am Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Höchst, dort seit 1977 als Studiendirektorin zuständig für den sprachlich-künstlerischen Fachbereich. Seit 2006 ist sie im Ruhestand.

Seit 1972 sind die Freys in der SPD. Für die Sozialdemokraten war die Lehrerin zehn Jahre in der Gemeindevertretung, ihr Ehemann ein Jahr. Uta Frey ist für ihr Engagement mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden.

Beide haben gemeinsame Leidenschaften: Sie spielen Geige und spielten bis 1968 im Symphonieorchester 1837 Bruchsal, später bis zu dessen Auflösung im Hattersheimer Kammerorchester. Sie lieben Literatur, Kunst, Politik und das Reisen. Auch nach dem Ausscheiden aus der beruflichen Tätigkeit sind sie noch sehr aktiv. Im „Homeoffice“ zu arbeiten ist für sie ja nichts Besonderes.