FLÖRSHEIM – Die Stadt Flörsheim am Main hat vom Land Hessen einen Bescheid zur Förderung des Baus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Flörsheimer Feuerwehrhauses erhalten. Das Land übernimmt von den Gesamt-Investitionskosten, die sich voraussichtlich auf 110.000 Euro belaufen, einen Anteil von 95.000 Euro. „Die Höhe der Fördersumme ist der Tatsache, dass Flörsheim am Main offizielle hessische Klima-Kommune ist, zu verdanken“, erklärt Erste Stadträtin Renate Mohr.

Geplant ist, im kommenden Jahr eine Solaranlage zur Stromerzeugung mit 168 Modulen zu errichten, die über eine Gesamtleistung von 54 Kilowatt-peak verfügt. Der damit produzierte Strom soll größtenteils im Feuerwehrhaus selbst verbraucht, Überschüsse ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Ein Batteriespeicher mit zirka 30 Kilowatt Fassungsvermögen soll die Eigenständigkeit des Hauses bei der Stromversorgung unterstützen.

„Mit dem CO2-neutral gewonnenen Strom lassen sich zirka 26 Tonnen Kohlendioxid jährlich einsparen“, freut sich Erste Stadträtin Mohr über den umweltfreundlichen Effekt der geplanten Investition. Außerdem muss nur noch halb so viel Strom eingekauft werden, um den Bedarf des Feuerwehrhauses von durchschnittlich über 70.000 Kilowattstunden per anno zu decken, die Ersparnis beträgt voraussichtlich 8.500 Euro jährlich.

Als flankierende Maßnahmen zur Stromeinsparung will die Stadtverwaltung die im Feuerwehrhaus vorhandenen Leuchtstoffröhren durch sparsamere LED-Leuchtmittel ersetzen, außerdem im Bereich der Verkehrsflächen die Schaltzeiten der Beleuchtungsanlage über sogenannte Präsenzmelder regeln und somit die Beleuchtungsdauer wesentlich senken.

Der Gebäudekomplex besteht aus drei zusammenhängenden Gebäudeteilen –Fahrzeughalle, Technikgebäude und Bürogebäude – mit einer Nutzfläche von insgesamt etwa 2.300 Quadratmetern. In dem Haus versehen tagsüber die städtischen Mitarbeiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz ihren Dienst, abends und am Wochenende treffen sich die Freiwillige Feuerwehr sowie die Jugendfeuerwehr zu verschiedenen Tätigkeiten. Bürgermeister Dr. Bernd Blisch lobt „die ungeschmälerte Kooperationsbereitschaft und Unterstützung der Feuerwehr bei der Umstellung der Stromversorgung des Hauses auf selbstproduzierte Elektrizität.“

Mit der Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses setzt die Stadtverwaltung erstmalig ein solches Projekt in ausschließlicher Eigenverantwortung um. Nach Fertigstellung kümmert sich die Stadt außerdem um den Betrieb, dabei schöpft sie einerseits den vollen energetischen Nutzen ab, trägt aber andererseits auch das gesamte wirtschaftliche Risiko.

„Mit diesem Projekt wird ein weiterer Punkt aus der Maßnamenliste des Integrierten Klimaschutzkonzepts umgesetzt, das die Stadt Flörsheim am Main im Jahr 2015 erarbeitet hat“, erläutert Erste Stadträtin Mohr. Das Konzept schreibt insbesondere dem Ausbau der erneuerbaren Energien ein großes Potential zu. Es ermutigt dazu, Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen auf großen Dächern im Stadtgebiet voranzutreiben.

Bereits seit 1998 ist die Stadt in Sachen solarer Stromerzeugung engagiert. Sie fördert die Errichtung privater Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet mit einem Zuschuss von bis zu zehn Prozent der Investitionssumme. Auch sogenannte Bürgersolaranlagen wurden bereits auf Dächern stadteigener Gebäude errichtet.

Magistrat der Stadt Flörsheim am Main