RÜSSELSHEIM – Die Bürgersolaranlagen der Stadtwerke Rüsselsheim tun Umwelt und Klima gut, und sie erfreuen die 107 Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Finanzierung der Anlagen beteiligt haben. In diesen Tagen erhielten sie zusätzlich zu der garantierten jährlichen Verzinsung von 3,5 Prozent noch einmal 0,8 Prozent zusätzlich auf ihr Konto überweisen.

„Diese Sonderzahlung wird alle fünf Jahre in der Höhe ausgeschüttet, in der die Bürgersolaranlagen mehr Strom produziert haben als wir in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen zugrunde gelegt haben“, erläutert Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer. „Ich freue mich darüber, dass die PV-Anlagen unsere Erwartungen übertroffen haben. Das zeigt die Zuverlässigkeit der Technik und des gewählten Anlagenaufbaus.“

Auch wer kein eigenes Haus hat, sollte sich in Rüsselsheim an der Erzeugung erneuerbarer Energien beteiligen können – mit diesem Vorsatz traten die Rüsselsheimer Stadtwerke im November 2009 an, um auf dem Dach des Zentralen Omnibusbahnhofs ihre erste Bürgersolaranlage zu installieren. Eine zweite Anlage folgte einen Monat später auf zwei Dächern des Stadtwerke-Betriebsgeländes. Eine dritte Anlage, die allerdings nicht von den Stadtwerken selbst betrieben wird und für die auch keine Sondervergütungen ausgeschüttet wird, arbeitet seit September 2012 im Solarpark einer ehemaligen Hausmülldeponie in Dreieich-Buchschlag.

„Wir sind davon ausgegangen, dass die Bürgersolaranlagen auf dem Dach des Zentralen Omnibusbahnhofs und auf zwei Dächern des Stadtwerke-Betriebsgeländes in der Walter-Flex-Straße 74 im Jahr knapp 142000 Kilowattstunden Strom liefern“, erklärt der Kaufmännische Leiter, Jörg Gründinger. Doch in den fünf Jahren von 2015 an waren es 15,85 Prozent mehr. Insgesamt wurde so viel Strom gewonnen, wie 53 Haushalte mit einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden benötigen. Dadurch wurden knapp 100 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden, die bei einer Stromgewinnung durch Kohle entstanden wären.

Aufgrund der veränderten Förderrichtlinien macht es für die Stadtwerke keinen Sinn, weitere Bürgersolaranlagen zu bauen. Eine Möglichkeit für Interessierte, sich finanziell bei den Stadtwerken einzubringen gibt es dennoch: die Bürgerbeteiligung, die im März diesen Jahres in ihre zweite Runde geht. Hier können Bürgerinnen und Bürger Genussrechte erwerben, in dem sie eine Summe zwischen 1000 und 199.000 Euro bereitstellen und dafür im Gegenzug als Stadtwerke-Kunde eine Verzinsung erhalten. Das so gewonnene Geld wird zweckgebunden in die Erneuerung der Netze für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung investiert. www.stadtwerke-buergerbeteiligung.de

Jürgen Gelis
Stadtwerke Rüsselsheim GmbH