RÜSSELSHEIM – Die Stadt Rüsselsheim am Main will noch unterversorgte Gebäude und Schulen möglichst flächendeckend mit Breitbandinfrastrukturen und damit schnellem Internet versorgen. Neben dem Bund hat die Stadt Rüsselsheim am Main nun auch vom Land Hessen eine Förderzusage für eine entsprechende Ertüchtigung der Internetversorgung für Hausanschlüsse im Stadtgebiet erhalten, die gemäß Definition des Bundes förderwürdig sind. Im Rahmen einer digitalen Übergabe hat Oberbürgermeister Udo Bausch hierfür eine Absichtserklärung von Hessens Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt erhalten. „Schnelles Internet ist für eine Stadt mittlerweile genauso wichtig wie die Wasser- und Stromversorgung oder die Verkehrsanbindung. Deswegen freuen wir uns, dass es jetzt endlich losgehen kann und wir weitere Lücken bei der Breitbandversorgung schließen“, sagte Oberbürgermeister Udo Bausch.

„Im bundesweiten Vergleich ist die Stadt Rüsselsheim am Main bereits sehr gut mit Infrastrukturen für schnelles Internet versorgt“, betonte Bausch und verwies darauf, dass lediglich 26 Gebäude in Rüsselsheim mit Bandbreiten von weniger als 30 Mbit pro Sekunde versorgt sind. Für den Ausbau der Breitbandversorgung sind die Telekommunikationsunternehmen zuständig. Doch in einigen Gebieten besteht kaum wirtschaftliches Interesse, in die Breitbandversorgung zu investieren. Um in diesen Gebieten, in denen kein marktgetriebener Ausbau stattfindet, den Ausbau voranzutreiben, hat die Bundesregierung ein Förderprogramm aufgelegt. Die Förderung wird durch Mittel des Lands und der Stadt ergänzt. Förderwürdig im Sinne des Programms ist die Lücke zwischen den zu erwartenden Investitionen der Telekommunikationsbetreibenden und des voraussichtlichen erforderlichen Gesamtinvestitionsvolumens. Insgesamt ist für diese Deckungslücke in Rüsselsheim eine Investitionssumme von schätzungsweise rund 770.000 Euro erforderlich. Während der Bund 50 Prozent und das Land Hessen 40 Prozent der Kosten trägt, finanziert die Stadt Rüsselsheim mit einem Eigenanteil von 10 Prozent den Ausbau mit. Die Mittel in Rüsselsheim stehen bereits im Haushalt 2021 zur Verfügung. Die Stadtverordnetenversammlung hatte hierzu bereits im vergangenen Jahr einstimmig einer Vorlage des Magistrats zum Breitbandausbau zugestimmt. Dem vorausgegangen ist eine Machbarkeitsstudie, eine Markterkundung und weitere intensive Vorbereitungen, an denen Martin Schipper von der Wirtschaftsförderung der Stadt Rüsselsheim seit 2017 gearbeitet hat.

Neben den unterversorgten Gebieten wird auch ganz gezielt die Breitbandversorgung in Schulen verbessert. Für das Förderprogramm sieht der Bund Bedarf, wenn nicht jede Klasse und die Verwaltung mit mindestens 30 Mbit pro Sekunde versorgt sind. „In den Schulen schafft die digitale Infrastruktur die Voraussetzung für zeitgemäßes Lernen. Deswegen werden wir nicht nur bei Schul-Neubauten, sondern bei allen Schulen im Stadtgebiet für entsprechende Bandbreitenausstattung sorgen. Mit den jetzt bewilligten Mitteln wird zunächst die Infrastruktur im Boden bis zum Hausanschluss gefördert. Zusätzlich wird die Stadt aber auch innerhalb der stadteigenen Schulgebäude die entsprechende Verkabelung und technische Ausstattung zur Verfügung stellen. Damit wird die technische Basis für den verstärkten digitalen Unterricht geschaffen“, kündigte Bausch an. Hierzu hat der Magistrat den Medienentwicklungsplan beschlossen.

Die Stadt wird nun ab frühestens Mitte des Jahres einen Zuschlag für den Ausbau erteilen können. Zuvor können sich die Telekommunikationsanbietenden für die staatliche Förderung bewerben. Wenn die Stadt den Zuschlag hierfür erteilt hat, kann mit der Bauplanung und Umsetzung begonnen werden.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales