HOFHEIM – Auf einem „erfreulichen Weg“ sieht Landrat Michael Cyriax die Entwicklung bei den Corona-Zahlen im Main-Taunus-Kreis. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner, bewege sich mittlerweile wieder auf dem Niveau vom vergangenen Oktober: „Wir sind auf einem guten Weg und sollten daran gemeinsam weiterarbeiten.“ Die zweite gute Nachricht sei, dass das Impfzentrum des Kreises in Hattersheim nach Vorgabe des Landes am 9. Februar den Betrieb aufnehmen könne. Der Kreis werde es aber bis März nicht schaffen, alle Impfwilligen ab 80 Jahren zu impfen. Bund und Land müssten dringend für mehr Impfdosen sorgen. Nach wie vor aber, ergänzt Kreisbeigeordnete Madlen Overdick, sei Pandemiebekämpfung „nicht nur eine Frage von Impfdosen, sondern auch des Willens aller, sich im Alltag verantwortungsvoll zu verhalten.“

Nach Kreisangaben ist die Inzidenz in der ablaufenden Woche weiter gesunken und liegt mittlerweile bei 72. Von aktuell 353 Infizierten seien 27 im Alter von 7 bis 17 Jahren – also im Schulalter. Die Schulen seien offenbar keine Krankheitsherde, so Cyriax, die meisten Kinder und Jugendlichen steckten sich nicht in den Schulen an: Von sechs neu Infizierten zum (heutigen) Freitag seien fünf gerade im Homeschooling.

Beim Impfzentrum unterdessen habe der Kreis „seine Hausaufgaben gemacht“, um für den Start des Impfzentrums gerüstet zu sein: „Wir freuen uns, dass das Impfzentrum in Betrieb gehen kann.“ Die Abläufe seien in den vergangenen Tagen bei einem Probelauf mit 299 Personen überprüft worden. Nach den jetzt gemeldeten Zahlen an Impfdosen, die dem Kreis zugeteilt würden, werde das Zentrum aber in den kommenden Wochen „noch nicht in Volllast laufen können“. Der Kreis werde die Abläufe in der Impfkampagne weiter optimieren, sodass „der Impfstoff, wenn vorhanden, schnellstmöglich bei den Impfwilligen ankommt.“

Mittlerweile liefen auch die umfangreichen Testungen in den Heimen; allerdings gehe die dafür nötige Zeit von der Pflege und der Betreuung der Bewohner ab. Daher habe der Kreis Unterstützung der Bundeswehr angefordert, die in den nächsten Wochen eintreffen solle.

Ältere Menschen, besonders diejenigen ab 80 Jahren, seien nach wie vor eine Hochrisikogruppe, erläutert Kreisbeigeordnete Madlen Overdick. Die meisten Toten, die der Kreis zu verzeichnen habe, kämen aus dieser Altersgruppe, und viele davon seien Heimbewohner: „Das ist weiter die Gruppe mit dem höchsten Risiko. Der Schutz älterer Menschen ist nach wie vor ein ganz zentrales Feld der Pandemiebekämpfung“. Das Gesundheitsamt arbeite eng mit den Heimen zusammen, aber letztlich sei die Pandemiebekämpfung eine „Aufgabe für alle“: Auch bei sinkender Inzidenz „müssen wir alle weiter Verantwortung zeigen und die Kontakt-, Abstand- und Hygieneregeln beachten.“

Dr. Johannes Latsch
Hofheim