Obwohl der Gartenschläfer tief und fest schläft: So ganz geheuer ist dem siebenjährigen Davin dieses possierliche Kerlchen mit den scharfen Zähnen nicht – Foto: Bernd Zürn

FLÖRSHEIM – Nicht jeder von uns liebt den Winter. Ihn einfach komplett zu verschlafen wäre da keine schlechte Lösung. So wie es Gartenschläfer machen. Im Oktober bauen sie sich ein weich gepolstertes Winterquartier, rollen sich darin zusammen und – schlafen fest. Oft bis in den April. Optimal, wenn sie sich ihre Unterkunft mit mehreren Artgenossen teilen. Bis zu sechs dieser possierlichen ‚Zorros‘ fand der BUND’ler Bernd Zürn – eng miteinander verschlungen und sich dadurch gegenseitig wärmend – in einem ihrer Schlafplätze.

Besonders beliebte Schlafplätze sind Meisennistkästen. Mehr als einhundert davon betreut der Flörsheimer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bei ihrer jährlichen Kontrolle und Reinigung stoßen die BUND-Aktiven immer wieder auf diese zur Familie der ‚Bilche‘ zählenden Nagetiere. So auch am vergangenen Freitag, dem 5. Februar. In seinem neben der Weilbachhalle liegenden Garten fand Bernd Zürn einen Meisenkasten, der total ausgestopft war mit Moos und anderem weichen Polstermaterial. Der fleißige Auspolsterer lag – in völliger Winterstarre – darin.  Für den 83-jährigen Zürn ein gewohnter Anblick. Nicht so für den ihn an diesem Tag begleitenden siebenjährigen Davin. Der Erstklässler war fasziniert von dem zu einer Kugel zusammengerollten Tier. Seiner Bitte, ihn mit nach Hause nehmen zu dürfen, kam Bernd Zürn verständlicherweise nicht nach. Gemeinsam verstauten die Beiden dann ihren wertvollen Fund wieder in seinem gut gepolsterten Winterquartier. Unwahrscheinlich, dass sie ihn wiedersehen werden: Gartenschläfer sind nämlich überwiegend in der Nacht unterwegs.

Bernd Zürn